Parlament beschließt Änderung des Textes

Spanien verwendet das Wort „behindert“ nicht mehr in der Verfassung

Spanien streicht das Wort „behindert“ aus seiner Verfassung. Der Ministerpräsident spricht von einer moralischen Schuld, die nach 46 Jahren endlich beglichen werde.

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Madrid. Eigentlich ist es nur ein Wort, das in der spanischen Verfassung durch eine andere Terminologie ersetzt wird. Doch für die spanische Vereinigung von Menschen mit Behinderungen (CERMI) ist es ein historischer Meilenstein.

Nach knapp 46 Jahren hat das spanische Parlament am Donnerstag die Bezeichnung „behindert“ durch „Menschen mit Behinderungen“ ersetzt.

„Mir ist bewusst, dass wir zu spät dran sind, um eine moralische Schuld gegenüber mehr als vier Millionen Mitbürgern zu begleichen. Doch dieser Beschluss ist eine kraftvolle Botschaft“, erklärte Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez am Donnerstag während der Parlamentsdebatte. Der Begriffswechsel sei wichtig, „weil Worte politische und gesellschaftliche Positionen widerspiegeln, verletzen und heilen können“, hieß es im Parlament.

Die spanische Bezeichnung „disminuidos“ aus dem Jahr 1978 klang für viele Betroffene diskriminierend. Tatsächlich kann das Wort neben „behindert“ auch mit „weniger wert“ übersetzt werden. Die Königliche Akademie hatte den Begriff bereits 2020 aus dem offiziellen Wörterbuch getilgt. (mame)

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