Arzneimittelpolitik

Südwest-KV plant eine Verordnungsampel

STUTTGART (fst). Die neue KV-Führung in Baden-Württemberg macht Ernst mit dem Motto, dass die Körperschaft von positiven Erfahrungen profitieren will, die in Selektivverträgen gesammelt wurden.

Veröffentlicht: 14.07.2011, 15:13 Uhr

KV-Chef Dr. Norbert Metke hat angekündigt, die Körperschaft plane, das EDV-"Ampelsystem", über das Ärzte in AOK-Selektivverträgen Verordnungsempfehlungen erhalten, auf die Kollektivversorgung auszuweiten.

Metke begründete am Mittwoch bei der Vertreterversammlung in Stuttgart sein Vorhaben mit den Worten, was sich "im Selektivvertrag bewährt habe, sei auch im Kollektivvertrag gut".

AOK: Einsparungen von rund 30 Millionen Euro

Im AOK-Hausarztvertrag bekommen Ärzte in ihrer Praxissoftware durch das EDV-Modul Hinweise auf Rabattmedikamente oder auf Alternativen zu Analogpräparaten. Die AOK hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro dadurch gespart, dass Hausärzte häufiger Rabattpräparate verordnen als in der Regelversorgung.

Falls die Übernahme des so genannten gekapselten Softwarekerns für die KV aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werde die Körperschaft ein eigenes Programm entwickeln, so Metke. Möglich sei es, über den sogenannten ATC-Code diagnosebezogene Arzneimittelkosten abzubilden und so dem einzelnen Arzt Einsparpotenziale aufzuzeigen.

Teilnahme soll nicht verpflichtend sein

Allerdings werde die Teilnahme am Softwaremodul für Vertragsärzte "mit Sicherheit nicht verpflichtend" sein, so der KV-Chef. Mögliches Startdatum sei im Herbst 2012.

Die neue KV-Führung hat von Beginn an deutlich gemacht, dass sie eine "rigide" an Wirtschaftlichkeit orientierte Arzneimitteltherapie anstrebt. Durch Einsparungen sollten so Spielräume für bessere Honorare geschaffen werden.

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