Corona-Schutzmaßnahmen

US-Vizegouverneur: „Es gibt Wichtigeres als zu leben“

In den USA haben Texas und mehrere andere Bundesstaaten ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert. Besonders drastisch begründete dies der Vizegoverneur von Texas.

Veröffentlicht: 03.05.2020, 10:52 Uhr
US-Vizegouverneur: „Es gibt Wichtigeres als zu leben“

In Texas ist Restaurants, Kinos und Einzelhändlern erlaubt, in begrenztem Umfang wieder zu öffnen.

© Tony Gutierrez/AP/dpa

Washington. In den USA haben Texas und mehrere andere Bundesstaaten ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert – in anderen Regionen gab es indes Proteste gegen Anordnungen, weiterhin zu Hause zu bleiben.

In Texas wurde Restaurants, Kinos und Einzelhändlern am Freitag erlaubt, in begrenztem Umfang wieder zu öffnen. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, beharrte darauf, dass die Lockerungsmaßnahmen für den gesamten Bundesstaat gelten – trotz Protesten von Demokraten in Städten wie Dallas und Texas, die argumentierten, dass Abbott voreilig handle und damit der Gefahr eines Wiederaufflammens der Infektionszahlen Vorschub leiste.

Zwar wünschen sich auch zwei Drittel der Texaner Umfragen zufolge weiterhin einen strikten Lockdown. Einem Bericht der „Welt“ zufolge nimmt die Regierung darauf aber offenbar wenig Rücksicht. Aus dem Ulfed des Gouverneurs soll sogar verlautet sein: Wer aus Angst vor dem Virus nicht zur Arbeit gehen, verliere seinen Anspruch auf staatliche Unterstützung.

Vize-Gouverneur Dan Patrick, einer der eifrigsten Verfechter einer schnellen Lockerung, hat wird in der „Welt“ sogar zitiert mit der Aussage: „Es gibt Wichtigeres als zu leben. Niemand will sterben, aber wir müssen Risiken eingehen.“ In Texas wurden am Donnerstag 50 Tote infolge einer COVID-19-Erkrankung verzeichnet – mehr als je zuvor. Von seiner Einwohnerzahl her ist Texas der zweitgrößten US-Bundesstaat.

Auch andere, mehrheitlich von Republikanern regierte Bundesstaaten wie Alabama, Idaho, Iowa und Maine lockerten die Maßnahmen am Freitag. US-Präsident Donald Trump – ein Republikaner – dringt auf die schnelle Wiedereröffnung der Wirtschaft.

In mehreren Bundesstaaten ohne Lockerungsmaßnahmen kam es unterdessen zu Protesten gegen den Lockdown. Im ländlichen Bezirk Modoc im Nordosten Kaliforniens widersetzten sich die örtlichen Behörden der Anordnung des Gouverneurs. Sie erlaubten Schulen, Kirchen und Läden am Freitag, wieder zu öffnen. Sheriff William Dowdy erklärte: „Das ländliche Kalifornien muss offen sein.“ Am Huntington-Strand im Süden von Los Angeles versammelten sich Hunderte Demonstranten, um gegen die erneute Schließung des Strandes zu protestieren.

Während einer Protestaktion gegen Beschränkungen wegen der Pandemie waren am Donnerstag im Bundesstaat Michigan bewaffnete Demonstranten ins Parlament in der Hauptstadt Lansing eingedrungen. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich US-Medien zufolge im Eingangsbereich des Gebäudes, das auch Amtssitz der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer ist. Zum Teil bewaffnet, maskiert sowie Plakate und Fahnen schwenkend forderten sie das Ende des Notstandes in dem Bundesstaat. Am Wochenende fanden dann weitere Proteste statt, etwa im Bundesstaat Maryland - obwohl die Infektionszahlen dort nicht abnehmen. (dpa)
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