Reaktion auf Kritik

Unabhängige Patientenberatung skizziert die eigene Zukunft

Im Parlament wird eine Neuorientierung für die UPD gesucht. Wie die Beratung ab 2023 funktionieren könnte, hat der Betreiber nun selbst beschrieben.

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Gespräch im Beratungsmobil der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) – in Pandemiezeiten nicht möglich: Der UPD-Betreiber will bei der Neuaufstellung der Patientenberatung mitreden und hat dafür ein Konzept vorgelegt.

Gespräch im Beratungsmobil der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) – in Pandemiezeiten nicht möglich: Der UPD-Betreiber will bei der Neuaufstellung der Patientenberatung mitreden und hat dafür ein Konzept vorgelegt.

© UPD / Ausserhofer

Berlin. Gesundheitspolitiker im Bundestag suchen nach einer neuen Organisationsform für die Unabhängige Patientenberatung (UPD). Denn Ende 2022 läuft die derzeitige Förderperiode aus. Eine Neuaufstellung der UPD etwa in Form einer Stiftung oder einer gGmbH braucht viel Zeit – vor der Bundestagswahl Ende September müsste das Parlament daher entsprechende Pflöcke einschlagen. Der derzeitige Betreiber der UPD will diesen Sondierungen nicht mehr tatenlos zusehen und hat am Donnerstag sein eigenes Modell zur Fortentwicklung der UPD skizziert:

  • Finanzierung und Trägerschaft: Bisher speist sich die UPD aus Mitteln der GKV. Das sei „hinderlich“ für eine unabhängige Patientenberatung, die Steuerfinanzierung eine mögliche Alternative. Die künftige Trägerstruktur sollte „frei von privatwirtschaftlichen Interessen“ gehalten werden – hier hat der Betreiber einen reichen Erfahrungsschatz, da die Kritik der UPD-Vergabe an die Sanvartis GmbH seit 2015 nie verstummt ist. In einem Fachgespräch im Gesundheitsausschuss des Bundestags wurden jüngst verschiedene Varianten für eine Non-Profit-Trägerschaft diskutiert. Als Konsens kristallisiert sich heraus, dass eine institutionelle Verstetigung im Vergleich zur regelmäßigen Neuausschreibung vorteilhaft wäre.
  • Beratungsqualität und Beitrag zur Versorgungsforschung: Der UPD-Betreiber schlägt ein kurzfristig angesetztes Modellprojekt vor, in dem systematisch die unterschiedlichen Bedarfe hinsichtlich Art und Umfang der Patientenberatung ermittelt werden sollten. Die Frage, welches Beratungsangebot sich die Bürger wünschten, sei in der 14-jährigen Geschichte der UPD bisher nie gestellt worden. Nur so lasse sich der alte Zielkonflikt auflösen, einerseits hohe Beratungszahlen vorweisen und andererseits vulnerable Zielgruppen erreichen zu müssen. Zudem regt der UPD-Betreiber an, die „Rückmeldefunktion“ der Beratungen auszubauen. Die UPD sollte künftig „nicht länger nur Datenlieferant“ sein, sondern ihre Erkenntnisse aus den konkreten Problemen der Patientenversorgung nutzen, um „Veränderungsimpulse“ zu geben. „Durch die Erkenntnisse aus der Beratung können wir zu einer besseren und patientenorientierteren Gesundheitsversorgung beitragen“, sagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede.
  • Vernetzung: Statt die Bekanntheit der UPD über Info-Kampagnen zu steigern, sollte sie besser wie eine Spinne im Netz platziert sein: So könnte bei Bescheiden von Krankenkassen künftig außer der Rechtsbehelfsbelehrung ein Verweis auf die Beratungsmöglichkeit bei der UPD enthalten sein. Oder aber Ratsuchende könnten aus der App der elektronischen Patientenakte heraus direkt per Videoanruf mit einem UPD-Berater sprechen. Ein weiterer Ankerpunkt für Hinweise auf Beratungsangebote wäre das Nationale Gesundheitsportal unter gesund.bund.de. Möglich sei so eine systematische An- und Einbindung der UPD an die Versorgung, heißt es im Konzept. (fst/hom)
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