BfArM

Vergabeverfahren für medizinisches Cannabis abgeschlossen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Vergabeverfahren für den Anbau von medizinischem Cannabis die verbliebenen Rechte zugeteilt.

Veröffentlicht: 21.05.2019, 11:27 Uhr
Vergabeverfahren für medizinisches Cannabis abgeschlossen

Medizinisches Cannabis soll es bald aus deutscher Produktion geben.

© yellowj / Fotolia

BONN. Der Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland kommt nach langen Anlaufschwierigkeiten in Gang.

Im Vergabeverfahren für den Anbau von 10,4 Tonnen des Stoffs über vier Jahre hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die verbliebenen Rechte zugeteilt.

Die Berliner Firma Demecan erhalte drei Lose zu je 200 Kilogramm medizinisches Cannabis pro Jahr und Aphria Deutschland aus Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) ein weiteres Los, teilte die Bonner Behörde am Montag mit.

Verfahren zunächst ins Stocken geraten

Schon im April hatte sie den Zuschlag für zusammen neun Lose an die Berliner Firma Aurora Deutschland sowie Aphria Deutschland vergeben. Da ein unterlegener Bieter einen Nachprüfungsantrag eingereicht hatte, geriet das Verfahren ins Stocken. Nun sei der Antrag zurückgezogen worden.

BfArM-Präsident Professor Karl Broich wertete den Abschluss als wichtigen Beitrag, um Patienten besser mit Medizin-Cannabis zu versorgen. Nun könne der Anbau „in vollem Umfang zügig umgesetzt werden“. Mit der Ernte werde Ende 2020 gerechnet.

Cannabis-Boom

Die Behörde will medizinisches Cannabis unter Staatsaufsicht und mit hohen Qualitätsstandards anbauen lassen. Seit der Liberalisierung im Frühjahr 2017 erlebt der Stoff hierzulande einen Boom, doch der Anbau verzögerte sich – auch wegen Rechtsstreitigkeiten. Eine erste Ausschreibung scheiterte vor Gericht.

Die beim BfArM angesiedelte Cannabisagentur soll das in Deutschland angebaute medizinische Cannabis in Besitz nehmen und an Hersteller von Cannabisarzneimitteln, Großhändler oder Apotheken verkaufen. Zusätzlich soll der Stoff weiter etwa aus Kanada und den Niederlanden importiert werden können. (dpa)

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