Landarztquote
Medizinstudium: Zehnmal so viele Bewerbungen für 17 Quotenstudienplätze in Thüringen
In Thüringen gilt ab kommendem Herbstsemester eine Landarztquote. 177 Bewerbungen sind für die 17 Plätze eingegangen. Ein zweistufiges Auswahlverfahren soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein.
Veröffentlicht:Jena. Für erstmalig geltende Landarzt-Vorabquote bei Medizinstudienplätzen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind zum Abschluss des Bewerbungszeitraums 177 Bewerbungen für die 17 Quotenstudienplätze eingegangen. Außerdem haben sich 72 junge Menschen für die vier reservierten Studienplätze in der Zahnmedizin beworben, wie das Thüringer Gesundheitsministerium auf Anfrage der „Ärzte-Zeitung“ mitteilte. Die Landarztquote an Thüringens einziger staatlicher Ausbildungsstätte für angehende Human- und Zahnmediziner wird mit dem kommenden Herbstsemester 2026/27 eingeführt. Sechs Prozent der Studienplätze werden für Bewerber reserviert, die sich vor Studienbeginn verpflichten, später mindestens zehn Jahren in Ärztemangelregionen in Thüringen zu arbeiten.
Nach Abschluss der Bewerbungsphase startet ein zweistufiges Auswahlverfahren, wofür das Thüringer Landesverwaltungsamt zuständig ist. Laut Ministerium erfolgt zunächst ein Bewerberranking anhand der eingereichten Bewerbungsunterlagen. Berücksichtigt werden dafür die Ergebnisse eines strukturierten fachspezifischen Studieneignungstests, erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen in einem Gesundheitsberuf, Freiwilligendienste und ehrenamtliche Tätigkeiten.
Standardisierte Auswahlgespräche zu Kernkompetenzen
In der zweiten Stufe folgen standardisierte Auswahlgespräche zur Bewertung von Kernkompetenzen, Fähigkeiten und Eigenschaften. Zu den Auswahlgesprächen sollen doppelt so viele Bewerber eingeladen werden, wie Quotenstudienplätze zu besetzen sind. Die Endauswahl erfolgt abschließend anhand einer Rangliste, in welche die Rankings der ersten und zweiten Stufe jeweils mit einer Gewichtung von 50 Prozent einfließen. Die Auswahlverfahren sollen bis Mitte Juli abgeschlossen sein.
Wie viele Bewerbungen tatsächlich in das Ranking einbezogen werden, ist laut Ministerium derzeit noch nicht absehbar. Dies hänge von der Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen ab. Eine Bewerbung gelte als zurückgenommen, wenn nicht innerhalb der Ausschlussfrist bis Mitte April alle notwendigen Unterlagen vorliegen. Die meisten Bewerbungen seien bislang bereits überwiegend vollständig.
Thüringens Gesundheitsministerium Katharina Schenk (SPD) sprach angesichts der Bewerbungszahlen von einer „tollen Resonanz“. Das große Interesse bestätige die Wirksamkeit des Gesetzes, äußerte sie. An der Medizinischen Fakultät der Uni Jena nehmen derzeit jährlich 286 Humanmedizin- und 57 Zahnmedizin-Studierende ihre Ausbildung auf. (zei)



