Krankenkassen

Verhärtete Fronten zwischen AOK und Hausärzten in Bayern

MÜNCHEN (sto). Der Bayerische Hausärzteverband und die AOK kommen beim Hausarztvertrag noch immer nicht zusammen. Beide Parteien bleiben bei ihren Forderungen. Muss jetzt ein Vermittler ran?

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Die AOK Bayern hat sich mit den Hausärzten noch nicht auf einen neuen Hausarztvertrag geeinigt.

Die AOK Bayern hat sich mit den Hausärzten noch nicht auf einen neuen Hausarztvertrag geeinigt.

© Schöning / imago

Einen Tag vor der "letzten Verhandlung" zwischen dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) und der AOK Bayern hat die AOK am Dienstagabend noch einmal bekräftigt, dass sie unverändert zu ihrem Vertragsangebot steht.

Der Vorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes Dr. Dieter Geis hatte den AOK-Vertragsentwurf zuletzt beim Bayerischen Hausärztetag am Wochenende in Bad Gögging als nicht akzeptabel abgelehnt.

In ihrer Erklärung warb die AOK für ihr Angebot eines Add-on-Vertrages, der im Vergleich zu einem Vollversorgungsvertrag "hohe Transparenz und Eindeutigkeit bei der Abrechnung" biete.

AOK sieht Risiko für ihre Versicherten

Demgegenüber seien bei Vollversorgungsverträgen wegen unvermeidbarer Mehrfachhonorierungen komplizierte und aufwändige Bereinigungsberechnungen zwischen Bayerischem Hausärzteverband, Kassenärztlicher Vereinigung Bayerns (KVB) und der Krankenkasse erforderlich.

"Die AOK ist nicht dazu bereit, ihren Versicherten dieses Risiko zuzumuten", erklärte der AOK-Vorsitzende Dr. Helmut Platzer.

Praxisschließungen kein probates Mittel

Demgegenüber erklärte der Vorstand des Hausärzteverbandes, man strebe weiterhin die Durchsetzung der "eigenständigen Vertrags- und Tarifautonomie für Hausärzte" über Hausarztverträge nach Paragraf 73b alt an. Dieses Ziel werde der Vorstand in den anstehenden Verhandlungen oder Schiedsverfahren der kommenden Wochen weiterhin "hartnäckig und konsequent" verfolgen.

Praxisschließungen seien zurzeit kein probates Mittel, um die fehlenden Hausarztverträge zu erreichen, hieß es in diesem Zusammenhang.

Auch bei den Ersatzkassen rechnet man inzwischen mit der Einleitung eines Schiedsverfahrens, hieß es aus Kassenkreisen, nach dem die Techniker Krankenkasse in der vergangenen Woche mit einem eigenen Vertragsabschluss ausgeschert war.

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