Viel Arbeit für den Suchtbeauftragten der hessischen Landesärztekammer

FRANKFURT/MAIN (ine). Mehr als 70 Ärzte haben sich in den vergangenen anderthalb Jahren an den Suchtbeauftragten der Landesärztekammer Hessen gewandt und um Unterstützung gebeten.

Veröffentlicht:

Die Anlaufstelle für suchtkranke Ärzte bietet selbst keine Therapien an, sondern vermittelt geeignete Behandlungsmöglichkeiten.

Hohes Berufsethos verstärkt den Druck auf Betroffene

Wie in dem Beitrag "Halbgötter in Not" in der ZDF-Sendereihe "37 Grad" zu sehen war, ähneln sich die auslösenden Faktoren für Suchtverhalten (wir berichteten). "Ständiger Leistungsdruck und Überforderung verleiten viele Menschen dazu, sich mit Alkohol oder Tabletten vermeintliche Erleichterung zu verschaffen. Irgendwann haben sie den Griff zur Weinflasche oder in die Medikamentenschachtel jedoch nicht mehr unter Kontrolle. Das trifft für Ärzte ebenso zu wie für andere Berufsgruppen, die unter einer hohen Stressbelastung stehen", so Dr. Mark Siegmund Drexler, niedergelassener Internist und Suchtbeauftragter der LÄKH. Bei Ärzten komme erschwerend die Spannung zwischen Erwartungsdruck und Berufsethos hinzu.

Bei früher Behandlung ist Approbation oft zu retten

"Sie leiden unter Arbeitsverdichtung, tragen eine hohe berufliche Verantwortung und spüren den Druck, permanent leistungsbereit sein zu müssen. Immer häufiger kommt es deshalb zu Erschöpfungszuständen." Je früher die Behandlung beginne, desto eher könne der Entzug der Approbation vermieden werden. In Hessen hilft der Suchtbeauftragte bei der Auswahl der Klinik, bei der Vermittlung einer Praxisvertretung und bei der Organisation der ambulanten Nachbetreuung.

Dabei wird mit den Betroffenen eine freiwillige Vereinbarung geschlossen, die für die Dauer von zunächst einem Jahr gilt: Darin verpflichten sie sich unter anderem, eine monatliche Untersuchung durch einen Gutachter samt psychopathologischen Befunden zuzulassen, jede Woche zum Psychotherapeuten zu gehen und regelmäßig Selbsthilfegruppen zu besuchen. Ziel der Therapie ist es, den Betroffenen wieder die Arbeit als Arzt zu ermöglichen. Etwa 70 bis 80 Prozent der Ärzte blieben nach einer Therapie abstinent.

Weitere Infos zum Thema Ärzte und Sucht gibt es unter folgenden Adressen: www.laekh.de www.bundesaerztekammer.de www.aerztegesundheit.de www.oberbergkliniken.de

Lesen Sie dazu auch: Alkoholsüchtige Ärzte erzählen: "Ich fand mich nur noch zum Kotzen"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen