Berufspolitik

Viele Praxen im Südwesten sind zwei Tage dicht

STUTTGART (fst). Begleitet von harscher Kritik mehrerer Kassenverbände haben am Mittwoch viele niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg ihre Praxen geschlossen.

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Dem Protestaufruf des Medi-Verbunds haben sich der Hausärzteverband und mehrere Facharztverbände angeschlossen. Medi geht nach eigenen Angaben von etwa 10 000 Praxen aus, die am Mittwoch und Donnerstag an den Protestaktionen in den Regionen teilnehmen. Bis Redaktionsschluss lag kein Überblick vor, wie viele Ärzte sich in den Regionen den Protesten angeschlossen haben. Nach Informationen des Südwestrundfunks hatten im Raum Karlsruhe bereits seit Montag viele Orthopäden ihre Praxen geschlossen.

Am Nachmittag war in Freiburg eine zentrale Protestveranstaltung geplant. Auf der Staustufe in Iffezheim haben sich 160 Praxen zum Protest angemeldet. Sie wollten symbolisch nach Frankreich auswandern. Ärztesprecher berichten, in Wertheim und Tauberbischofsheim schlössen fast alle Ärzte ihre Praxen.

Die Verbände von IKK, BKK und Ersatzkassen nannten die Aktionen "nicht hinnehmbar". Nach Ansicht von Ersatzkassen-Verbandschef Walter Scheller "geht es den Ärzten allein um ihre privaten Einnahmen". BKK-Landeschef Konrad Ehing forderte die Versicherten auf, "sich sofort an ihre Krankenkasse zu wenden", wenn sie vor verschlossenen Praxen stehen. Die Proteste verstießen gegen "vertragsärztliche Pflichten". Die AOK Baden-Württemberg hat sich dem Schreiben der anderen Kassenverbände nicht angeschlossen.

Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner hat im Vorfeld darauf hingewiesen, dass mit den letzten Protestaktionen am 1. April "nichts erreicht" worden sei und rief die Kollegen zur Beteiligung auf. Die Aktionen sollten bis zur Bundestagswahl weitergehen, kündigte er an.

Die KV Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben keine besonderen Vorkehrungen getroffen, um die Notdienstversorgung sicherzustellen. "Das machen die Ärzte in eigener Regie", sagte eine KV-Sprecherin der "Ärzte Zeitung".

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