Berufspolitik

Votum für den Primärarzt

HAMBURG (eb). Die Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes hat am Wochenende in Hamburg einstimmig für die Einführung eines Primärarztsystems plädiert.

Veröffentlicht: 07.05.2012, 05:00 Uhr

In dem Antrag des Landsverbandes Rheinland-Pfalz heißt es, knappere Ressourcen und die Demografie ließen keinen anderen Weg mehr zu.

Primärärzte sollen eine gute Versorgung aller Gesellschaftsschichten ermöglichen.

Mehr zum Thema

Baden-Württemberg

KV richtet rund 100 Ambulanzen für Corona ein

Schlagworte
Kommentare
Dr. Jürgen Schmidt

Was halten die Fachärzte vom Primärarztsystem ?

Die Sorge der Allgemeinmediziner um ihr Betätigungsfeld ist in mancher Hinsicht berechtigt und der Versuch, dieses über sozialgesetzliche Regelungen zu fixieren, erreicht mit der Forderung nach Einführung der primärarztlichen Versorgung nur eine weitere Stufe, nun allerdings verbunden mit der Aufhebung der freien Arztwahl und einer Verschärfung der berufspolitischen Konfrontation mit den anderen Fachärzten.

Darüber, ob das Fach auf diese Aufgabe vorbereitet wäre, sind verschiedene Ansichten erlaubt. Manches von den Weiterbildungsinhalten steht nur auf dem Papier. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass die Zahl geeigneter Weiterbildungsstätten für die eh schon relativ kurzen Weiterbildungsabschnitte in Innerer Medizin nicht ausreicht und Kur- , sowie Rehaeinrichtungen einbezogen werden müssen. Nicht ohne Grund meidet der Nachwuchs die Weiterbildung zur Allgemeinmedizin. Es sollte die vorrangige Sorge der Hausärzte sein, diese Weiterbildung zu verbessern und entsprechend der unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten und Facharztnähe in Stadt und Land anzupassen.

Wie stehen die Fachärzte wohl zur Idee des Primärarztsystems ?
Wer sich unter Fachärzten zur Qualität der Überweisungen von Allgemeinmedizinern umhört, bekommt ein Urteil nur hinter vorgehaltener Hand zu hören. Das mag nicht immer gerecht ausfallen und die berufspolitischen Querelen werden ihren Niederschlag dabei finden.

Was aber die Fachärzte von der Idee des allgemeimedizinischen Primärarztes unabhängig von berufspolitischen Überlegungen wirklich halten, kann mit einer einfachen Frage eruiert werden: Welcher Facharzt, beispielsweise ein Fachinternist, ein Augenarzt oder eine Gynäkologin würde sich mit einer Erkrankung aus dem eigenen Fachgebiet einem allgemeinmedizinischen Primärarzt anvertrauen?


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

Studie mit schwer Erkrankten

Plasmaspende als Therapie bei COVID-19?

 Bleiben Sie an der Seite der Patienten!

„Tag des Arztes“

Bleiben Sie an der Seite der Patienten!

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden