EU-Parlament

Weg für neues Gesundheitsprogramm frei

In den kommenden sieben Jahren wollen die 28 EU-Mitgliedstaaten insgesamt 452 Millionen Euro zur Unterstützung der Gesundheitssysteme zur Verfügung stellen. Im Mittelpunkt stehen dabei Vorsorgekampagnen und Forschungsprojekte.

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Hat das neue Gesundheitsprogramm verabschiedet: EU-Parlament in Straßburg.

Hat das neue Gesundheitsprogramm verabschiedet: EU-Parlament in Straßburg.

© Uwe Anspach / dpa

STRAßBURG. Das Europäische Parlament (EP) hat am Mittwoch in Straßburg grünes Licht für das dritte EU-Gesundheitsprogramm für den Zeitraum von 2014 bis 2020 gegeben.

Für diesen Siebenjahres-Zeitraum stellt die EU den 28 EU-Mitgliedstaaten insgesamt 452 Millionen Euro zur Unterstützung der nationalen Gesundheitssysteme zur Verfügung.

Mit den EU-Geldern sollen vor allem Vorsorgekampagnen gegen chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Adipositas und altersbedingte Erkrankungen sowie Aufklärungskampagnen zu Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch sowie falsche Ernährung und Bewegungsarmut kofinanziert werden.

Desweiteren unterstützt Brüssel mit jährlich mehr als 60 Millionen Euro die Abwehr von grenzüberschreitenden Krankheiten wie Pandemien, die medizinische Versorgung von EU-Bürgern außerhalb ihres eigenen Heimatlandes sowie die Arbeit von Patientenorganisationen. Das bedeutet eine Budgeterhöhung von sieben Prozent im Vergleich zum Vorläuferprogramm.

Forschungsergebnisse sollen öffentlich werden

Als weitere Schwerpunkte will die EU-Kommission, gestützt auf das EU-Forschungsprogramm "Horizont 2020", die Gesundheitsforschung in den Bereichen Lebensstil bedingte Risikofaktoren sowie Innovationen im Gesundheitssystem durch die besondere Förderung von E-health forcieren.

Der Zugang zu neuesten medizinischen Forschungsergebnissen und neuen Therapien dürfe nicht allein privilegierten Schichten vorbehalten bleiben.

"Wir müssen den Zugang zu medizinischer Expertise und Informationen über Behandlungserfolge allen EU-Bürgern zugänglich machen", appellierte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in der Aussprache des EU-Parlaments an die EU-Mitgliedstaaten.

Ein weiteres Augenmerk will Brüssel auf die Ungleichgewichte der gesundheitlichen Grundversorgung in den 28 Mitgliedstaaten richten. Der EU-Ministerrat muss dem EU-Gesundheitsprogramm noch zustimmen, was allerdings als reine Formsache gilt. (taf)

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Kommentare
Dr. Ralf Schrader 28.02.201403:45 Uhr

Gesundheitswirtschaft

Einem Arzt sollten die Ohren rot werden, wenn dieses Unwort in den Raum gestellt wird. Dieser Tonio Borg ist ein maltesischer Jurist, gegen den auch schon mal Korruptionsvorwürfe laut wurden.
Warum so einer Gesundheitskommissar (auch so ein Unwort) der EU wird, erschliesst sich mir nicht, genau so wenig wie das massenhafte Auftauchen von Juristen und Betriebswirten in den nationalen Gesundheitswesen.

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