Kampagne

Wie Arzneien korrekt entsorgt werden

Ab in die Toilette oder ins Spülbecken: Fast jeder vierte Deutsche entsorgt so Altmedikamente. Eine Social Media Kampagne von BKK VBU und Pro Generika will zeigen, wie es richtig geht.

Veröffentlicht: 23.10.2019, 14:26 Uhr

Berlin. 24,9 Prozent aller Deutschen haben flüssige Medikamente schon mal über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt. Immerhin jede zehnte befragte Person (11,3 Prozent) hat das schon mit Tabletten gemacht. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Krankenkasse BKK VBU und des Branchenverbands Pro Generika.

Das hat negative Auswirkungen auf die Wasserqualität. Um darüber aufzuklären und zu zeigen, wie alte Medikamente richtig entsorgt werden, haben BKK VBU und Pro Generika jetzt die gemeinsame Social Media Kampagne: „Medikamente ins Klo? Kein Verbrechen. Trotzdem kacke.“ gestartet.

Das die Kampagne sinnvoll ist, belegen die Partner an Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA), das mehr als 150 Wirkstoffe aus Arzneimitteln in deutschen Oberflächengewässern nachgewiesen habe.

150 Wirkstoffe aus Arzneimitteln hat das Umweltbundesamt in deutschen Oberflächengewässern nachgewiesen.

Zwar, so die Kampagnenpartner, kämen die Wirkstoffe in Gewässern meist nur in ganz kleinen Mengen vor und stellten für die menschliche Gesundheit keine akute Gefahr dar. Trotzdem müsse aber das Ziel verfolgt werden, die Menge an Arzneimittelrückständen in Gewässern so gering wie möglich zu halten. Dazu gehöre die sachgemäße Entsorgung aus privaten Haushalten. Und die dürfe eben unter keinen Umständen über Toilette und Waschbecken erfolgen.

Die Kampagne soll dabei nicht belehrend rüberkommen. Vielmehr wollen die Social Media Macher mithilfe humoristischer Überzeichnung in Form von Geständnissen dafür sensibilisieren, dass jeder etwas zum Schutz der Wasserqualität beitragen kann.

Und so entsorgen Menschen laut BKK VBU und pro Generika Medikamente richtig:

  • Restmüll: Alte oder abgelaufene Medikamente können mit dem Hausmüll entsorgt werden. Zu beachten sei lediglich die Mülltrennung. Umkartons und Packungsbeilagen gehören ins Altpapier – Blister und Tuben in die Wertstoffsammlung. Nur wenige Medikamente – wie etwa zur Behandlung von Krebs – müssen gesondert entsorgt werden.
  • Apotheken: Angebrochene Packungen oder abgelaufene Medikamente können in manchen Apotheken auch zur fachgerechten Entsorgung abgegeben werden. Einige bieten diesen Service freiwillig an. Verpflichtend ist das nicht.
  • Recyclinghof: Die meisten Recyclinghöfe beziehungsweise Wertstoffsammelstellen von Städten und Gemeinden bieten die Entsorgung von Medikamenten an. Das gleiche gilt für Schadstoffmobile, die in ländlichen Gegenden unterwegs sind. Auch bei ihnen können in der Regel alte Arzneimittel abgegeben werden. (ato)

Informationen zur Kampagne unter: www.anonyme-entsorger.de

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