Wie "Report" den "Krieg im Wartezimmer" inszeniert

Veröffentlicht:
"Report Mainz" inszeniert den "Krieg im Wartezimmer"

"Report Mainz" inszeniert den "Krieg im Wartezimmer"

© Foto: SWR

Politik-Magazine im Fernsehen sind treue Begleiter der Gesundheitspolitik - so auch "Report Mainz".

Von Florian Staeck

Martialisch müssen die Sieben-Minuten-Beiträge in dem TV-Format klingen, sonst zappt der Zuschauer weg. Also erfand die Redaktion am Montagabend den "Krieg im Wartezimmer - Wie Hausärzte Patienten in die AOK zwingen wollen". Drehort war - wie so häufig - Bayern.

Das Strickmuster des Beitrags blieb simpel: Man nehme - erstens - eine Betroffene; hier eine AOK-Versicherte, die sich beklagt, sie sei "über Monate bedrängt" worden, ihre Kinder in den AOK-Hausarztvertrag einzuschreiben. Begründung: der Hausarzt habe seine Praxis aufwendig renoviert. Dann erfolgt - zweitens - ein scharfer Schnitt. Der in der Regel medienunerfahrene Arzt wird vom TV-Team aufgesucht und mit den Vorwürfen konfrontiert.

Praxisrenovierung und Einschreibung von Patienten - das passt nicht zusammen. Der betreffende Arzt muss vor der Kamera schlecht wegkommen. Anschließend wird - drittens - in wenigen Versatzstücken der gesundheitspolitische Hintergrund beleuchtet: Hausärzte setzen auf den AOK-Vertrag, weil er mehr Honorar bringt als die Regelversorgung. Immerhin: Die Aussage eines Hausarztes, alle Patienten seien ihm "gleich lieb", wird nicht weggeschnitten.

Im vierten Schritt -  die AOK Bayern äußert sich nur schriftlich -  kommt ein Verbandsvertreter zu Wort, der den Prügel gegen Ärzte schwingt: Thomas Ballast, Vorsitzender des Ersatzkassenverbands vdek, hält das Verhalten vieler Ärzte für "unerträglich" und wirft ihnen "illegales" Verhalten vor. Bis zu vier Milliarden Euro zusätzlich koste es die Beitragszahler, weil die Kassen Hausarztprogramme anbieten müssen. Hinterfragt wird diese Zahl nicht.

Erst am Schluss wird es spannend: Was ist ein Gesundheitssystem wert, fragt Moderator Fritz Frey, dem es nicht gelingt, eine angemessene Bezahlung von Ärzten zu organisieren? Das wäre ein Thema für die nächste "Report Mainz"-Sendung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Patientenströme – besser gelenkt

Kooperation | In Kooperation mit: Partnern aus Baden-Württemberg: AOK, Bosch BKK und dem MEDIVERBUND
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Abb. 1: Studie DECLARE-TIMI 58: primärer Endpunkt „kardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz“ in der Gesamtkohorte

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Präventiv statt reaktiv: Bei Typ-2-Diabetes mit Risikokonstellation Folgeerkrankungen verhindern

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?