Statistik für das Jahr 2023

Zahl der Ausbildungsverträge in der Pflege leicht gestiegen

Gut, aber noch nicht ausreichend: Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in der Pflege ist vergangenes Jahr gestiegen. Arbeitgeberverband Pflege und bpa sehen aber keinen Grund zur Entwarnung.

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Angehende Pflegekräfte und Dozentin stehen am Patientenbett mit Dummy.

Arbeitsplatz Pflege: Statistiker verzeichnen ein leichtes Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.

© auremar / stock.adobe.com

Berlin/Wiesbaden. Engpassberuf mit leicht wachsendem Zulauf: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Pflege ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Zum Jahresende 2023 befanden sich demnach insgesamt 147.000 Personen in einer Ausbildung zum Beruf der Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Davon hatten 53.900 Auszubildende einen Vertrag zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann unterschrieben. Gegenüber dem Vorjahr 2022 seien das drei Prozent beziehungsweise 1.800 mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gewesen, so die Statistiker.

Ausbildungsberuf zu drei Vierteln von Frauen erlernt

Aus den Daten geht auch hervor: Pflege ist weiterhin vor allem Frauensache. So befanden sich Ende 2023 rund 110.000 Pflegefachfrauen und 37.000 Pflegefachmänner in Ausbildung. Das entsprach einem Frauenanteil von 75 Prozent.

Auch bei den Neuabschlüssen verzeichnete das Berufsbild Pflege mit 38.900 neuen Verträgen einen Frauenanteil von knapp drei Vierteln (72 Prozent). Nur 15.100 Männer schlossen vergangenes Jahr einen Ausbildungsvertrag als Pflegefachmann neu ab. Mit einem Anteil von 28 Prozent im Jahr 2023 stieg der Männeranteil bei den Neuabschlüssen gegenüber 2020 (24 Prozent) leicht an.

Der Ausbildungsberuf wird seit dem Jahr 2020 angeboten – die getrennten drei Pflegeausbildungen – Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege – waren zuvor in einer sogenannten generalistischen Lehre zusammengefasst worden.

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Greiner: Meilenweit entfernt von früheren Werten

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) erklärte am Dienstag, die gestiegenen Zahlen seien Nachweis für die Attraktivität der Pflegeausbildung. Gleichwohl bestehe „kein Grund zur Entwarnung“, sagte AGVP-Präsident Thomas Greiner. Noch immer seien die Zahlen „meilenweit entfernt von den Ausbildungsrekorden der späten 2010er-Jahre“.

Zudem befinde sich die Altenpflege „in einem Demografie-Sandwich: Pflegepersonal scheidet altersbedingt aus und immer mehr Menschen benötigen pflegerische Versorgung, während gleichzeitig geburtenschwächere Jahrgänge nachkommen. Die bloße Steigerung der Ausbildungszahlen genügt nicht“, betonte Greiner.

Die Pflegeinfrastruktur dürfe nicht durch kurzfristige Sparmaßnahmen bei Kassen und Sozialhilfeträgern gefährdet werden, so Greiner. „Zweitens müssen Pflegepersonal und Pflegeeinrichtungen von bürokratischen Fesseln befreit werden, um innovative und vielfältige Wege zu einer guten und bezahlbaren Pflege für alle Pflegebedürftigen zu finden – auch mit weniger Pflegepersonal.“

Politik und Gesellschaft hätten allerdings zu akzeptieren, „dass wir nie wieder so viel Pflegepersonal wie heute haben werden“, so der AGVP-Präsident.

Meurer empfiehlt Grundrechenarten

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer. „Bevor ein falscher Eindruck entsteht, empfehle ich die Grundrechenarten: Minus sieben Prozent plus drei Prozent sind immer noch minus vier Prozent. Die Ausbildungszahlen liegen nach wie vor weit hinter dem Ausbildungsjahr 2021/2022 zurück, während der Personalbedarf in der Pflege weiter steigt.“

Meurer kritisierte, dass das „Erfolgssystem“ der Altenpflegeausbildung abgeschafft worden sei, „nachdem es zehn Jahre lang massive Zuwächse von insgesamt 60 Prozent aufweisen konnte“. Es sei davon auszugehen, dass die „kleine Aufwärtsentwicklung“ von drei Prozent vor allem im Krankenhausbereich stattgefunden habe. (hom)

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