Berufspolitik

Zahl der Kinder- und Jugendpsychiater steigt

BAD HOMBURG (ras). Rund drei Viertel aller psychisch kranken Kinder und Jugendlichen, die pro Jahr eine Therapie erhalten, können heute ambulant behandelt werden. Das geht aus Zahlen hervor, die bei der Jahrestagung des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgestellt wurden.

Veröffentlicht: 21.11.2008, 05:00 Uhr

Dieser Versorgungsgrad wird erreicht, weil mittlerweile mehr als die Hälfte aller 1400 Kinder- und Jugendpsychiater in Deutschland in einer vertragsärztlichen Praxis tätig ist. Zudem verfügen nach Darstellung des Berufsverbandes fast alle Kliniken über eine Institutsambulanz, in der psychisch kranke Kinder und Jugendliche auch ambulant behandelt werden können.

Vor 40 Jahren seien psychiatrisch erkrankte Kinder und Jugendliche noch ausschließlich stationär betreut worden, hieß es bei der Jahrestagung in Bad Homburg.

Den stetigen Aufschwung der Fachgruppe bestätigte auch KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Innerhalb von zehn Jahren sei die Fachgruppe von 813 Kinder- und Jugendpsychiater auf nunmehr 1414 (Stand Ende 2007) gewachsen. Während 1997 noch 48 000 Patienten auf einen Kinder- und Jugendpsychiater entfielen, so waren es 2007 nur noch 20 700.

Noch deutlicher ist laut Köhler aber die Zahl der Behandlungsfälle gestiegen. So seien im Jahr 2007 rund 607 000 Behandlungsfälle in 506 eigenständigen Kinder- und Jugendpsychiatriepraxen abgerechnet worden. Jeder Facharzt hat nach diesen Zahlen danach pro Jahr im Schnitt 1074 junge Patienten behandelt.

Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 211 000 Euro pro Jahr - vor Steuern und Altersvorsorge - lägen die Kinder- und Jugendpsychiater im Mittelfeld der ärztlichen Einkommensskala, noch vor der Fachgruppe der Psychiater.

Zum neuen Vorsitzenden des BKJPP ist in Bad Homburg Dr. Maik Herberhold aus Bochum gewählt worden.

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