Berufspolitik

Zahnärzte wünschen sich Gebührentaxe in eigener Regie

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KIEL (di). Die Zahnärzte im Norden hoffen auf einen grundlegenden Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik und zugleich auf eine neue Gebührenordnung.

Der Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, der Elmshorner Zahnarzt Dr. K. Ulrich Rubehn, begrüßte die Übernahme der Verantwortung in den Gesundheitsministerien in Berlin und Kiel durch liberale Politiker und bot ihnen eine konstruktive Zusammenarbeit an. Er lobte positive Ansätze der Koalitionsvereinbarung, bemängelte aber die häufig unpräzisen Formulierungen.

Eine der dringendsten Aufgaben ist aus Sicht der Zahnärzte die Novellierung ihrer Gebührenordnung, die sie nach über zwanzigjähriger Stagnation als "wissenschaftlich und betriebswirtschaftlich völlig veraltet" bewerten. Nach ihrer Auffassung soll der Verordnungsgeber auf den Erlass einer Gebührenordnung verzichten und stattdessen das Recht zum Erlass einer Gebührentaxe als Rahmenempfehlung auf den Berufsverband oder die Kammer übertragen.

Sorge bereitet den Zahnärzten die zunehmende Tendenz zu einer von vielen als unärztlich empfundenen, aggressiven Außendarstellung zahnärztlicher Praxen. Es bestehe die Gefahr der Grenzüberschreitung von der Werbung zur Vergewerblichung des Arztberufes, hieß es auf der jüngsten Kammerversammlung im Norden. Auch die vertragliche Bindung von Praxen an bestimmte Kostenträger, oftmals verbunden mit besonderen Vergünstigungen, sei berufsrechtlich bedenklich, weil sie die freie Arztwahl einschränkt und die Therapiefreiheit gefährdet.

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