Reiche Länder

Zu viele arme Kinder

Veröffentlicht:

HAMBURG. Im Kampf gegen die Kinderarmut erntet Deutschland zwar oft Kritik. Dennoch sind hierzulande relativ weniger Kinder arm als in den Vereinigten Staaten.

Auf diese Zusammenhänge hat Professor Benard P. Dreyer, Präsident der 54.000 Mitglieder starken American Academy of Pediatrics, bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) in Hamburg hingewiesen. So liegt der Anteil der Kinderarmut in Deutschland bei 15 Prozent, in den USA jedoch bei über 20 Prozent. Dagegen müsse in deutlich ärmeren Ländern wie der Slowakei oder Ungarn lediglich jedes zehnte Kind in Armut leben.

Auch bei der "child deprivation" schneidet Deutschland nicht gut ab. Bei neun Prozent aller Kinder würden mindestens zwei Grundbedürfnisse nicht erfüllt, die Kinder vor der Armut und sozialer Ausgrenzung bewahren. In Schweden trifft dies nur für 1,3 Prozent und in Irland gar nur für 0,9 Prozent aller Kinder zu.

Diese Rate sollte in allen reichen Ländern der Welt "in jedem Fall unter fünf, besser unter zwei Prozent liegen", forderte Dreyer in Hamburg. Die Politik könne dagegen "wirksam etwas tun", weil entsprechende Programme für speziell in Armut lebende Kinder durchaus erfolgreich seien. (ras)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Vor dem World Health Assembly

WHO-Pandemieabkommen noch lange nicht konsensfähig

Leicht geringere Sterblichkeitsrate

Sind Frauen besser bei Ärztinnen aufgehoben?

Kommentar zum Umgang mit aggressiven Patienten in Frankreich

Klima der Gewalt

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Was steckt hinter dem Alice-im-Wunderland-Syndrom, Dr. Jürgens?

Stabile Erkrankung über sechs Monate

Erste Erfolge mit CAR-T-Zelltherapien gegen Glioblastom

Lesetipps
Die Empfehlungen zur Erstlinientherapie eines Pankreaskarzinoms wurden um den Wirkstoff NALIRIFOX erweitert.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert

Gefangen in der Gedankenspirale: Personen mit Depressionen und übertriebenen Ängsten profitieren von Entropie-steigernden Wirkstoffen wie Psychedelika.

© Jacqueline Weber / stock.adobe.com

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken