Krankenkassen

Zusatzbeiträge hieven Kassenbilanz ins Plus

Höhere Zusatzbeiträge und ein gebremster Anstieg der Leistungsausgaben: Schwarze Zahlen im ersten Quartal.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die zum Jahresbeginn erhöhten Zusatzbeiträge haben die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Quartal verbessert. So weisen die sechs Ersatzkassen mit zusammen rund 26,7 Millionen Versicherten einen Überschuss von 206 Millionen Euro in den ersten drei Monaten auf.

Im Vorjahresquartal verbuchten die Ersatzkassen ein Defizit von 101 Millionen Euro. Die Leistungsausgaben je Versichertem stiegen im Durchschnitt um drei Prozent, die Einnahmen hingegen um 4,6 Prozent, teilte eine vdek-Sprecherin mit.

Zum Jahresbeginn ist der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der GKV von 0,9 auf 1,1 Prozenpunkte heraufgesetzt worden. Dies hat den Kassen höhere Beitragseinnahmen beschert. Der vdek beziffert die Einnahmen aus Zusatzbeiträgen im ersten Quartal auf 1,4 Milliarden Euro. GKV-weit variiert der Zusatzbeitragssatz zwischen 0,0 und 1,9 Prozent.

Das AOK-System (24,5 Millionen Versicherte) weist im ersten Quartal einen Überschuss von 72 Millionen Euro auf. Neben der Knappschaft waren die Ortskassen im ersten Quartal 2015 die einzige Kassenart, die mit 36 Millionen Euro einen Überschuss auswies. Im AOK-Lager legten die Leistungsausgaben in den ersten drei Monaten um 3,2 Prozent je Versichertem zu.

Die positiven Finanzergebnisse der Ortskassen haben seit vergangenem Jahr den Streit um den kasseninternen Finanzausgleich befeuert, der bis heute anhält.

Auch Innungskassen und Betriebskrankenkassen haben im ersten Quartal ein Plus verbucht: Im BKK-Lager (11,7 Millionen Versicherte) beträgt der Überschuss 38 Millionen Euro (2015: minus 65 Millionen Euro), allerdings sei die Entwicklung im BKK-System heterogen, hieß es.

Bei den Innungskassen (5,4 Millionen Versicherte) beläuft sich der Überschuss auf 32,9 Millionen Euro - im Vorjahresquartal war ein Defizit von 57 Millionen Euro aufgelaufen.Kassenintern gelten die Zahlen für das erste Quartal insgesamt als wenig aussagekräftig, da für einzelne Leistungsbereiche wie beispielsweise Ärzte noch gar keine Abrechnungen vorliegen. (fst)

Mehr zum Thema

Leitartikel zu Klientelismus und politischen Realitäten

Willkommen in der Wirklichkeit

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, stellt Eckpunkte zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf einer Pressekonferenz in seinem Ministerium vor.

© Kay Nietfeld/dpa

Entwurf des GKV-Spargesetzes

Lauterbach kassiert extrabudgetäre Vergütung für Neupatienten

Wie wird das Gesundheitswesen digitaler? Die Ampel hat jetzt eine grobe Strategie.

© BillionPhotos.com / stock.adobe.

Ampel-Koalition tastet sich an Digitalisierungsstrategie heran

Die ePA soll das Herzstück digitaler Versorgung werden

Hohe Verlegungsraten in Kliniken verzeichnet der Pflege-Report bei Heimbewohnern in den zwölf Wochen vor ihrem Tod.

© Mike Bender / stock.adobe.com

Studie beleuchtet letzte Lebensphase in Heimen

WIdO-Pflege-Report: Viele Klinikeinweisungen kurz vor dem Tod