NRW

1500 Studierende in Gesundheitsfachberufen

In Nordrhein-Westfalen sind Bachelor-Studiengänge für medizinische Fachberufe fest etabliert. Mehr Wissenschaftlichkeit in Pflege und Heilmitteltherapie wird dort auch von der Ärzteschaft begrüßt.

Veröffentlicht:

KÖLN. Die akademische Qualifikation in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung einer patientenorientierten Versorgung.

Davon geht die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) aus.

Sie sieht in dieser Frage die Bundesregierung gefordert. "Der Bund muss endlich die Akademisierung gemeinsam mit der Reform der Pflegeausbildungen neu regeln", fordert sie.

Steffens stützt sich auf die Erfahrungen aus den Modellstudiengängen in NRW, die seit 2010 etabliert wurden.

Elf Bachelor-Studiengänge an sieben Standorten

Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es an sieben Standorten insgesamt elf Bachelor-Studiengänge. In den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie und Physiotherapie waren dort Ende 2014 insgesamt 1550 Studierende eingeschrieben.

Meist absolvieren sie neben dem Bachelorstudium gleichzeitig eine Berufsausbildung, etwa als Physiotherapeut oder Logopädin. Ein Ziel der neuen Angebote ist es, mehr Wissenschaftlichkeit in die Praxis und gleichzeitig mehr Praxiskompetenz in die Wissenschaft zu bringen.

Die Ausbildung an der Hochschule trage dazu bei, dass die Pflege- und Gesundheitsfachberufe attraktiver werden und jungen Menschen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten, so Steffens.

"Diese neue Generation von Fachkräften bringt zudem erweiterte Kompetenzen mit, um gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen neue, quartiersnahe Versorgungsstrukturen zu schaffen."

Gefordert seien multiprofessionelle Teams mit Menschen verschiedener Berufe und unterschiedlicher Qualifikationen.

Modellstudiengänge bis 2017

Vertreter der Ärzteschaft begrüßen die Modellstudiengänge. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung der Patientenversorgung, sagt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst. "Qualifizierung ist die richtige Antwort auf den komplexer gewordenen Versorgungsbedarf."

Wer helfen wolle, müsse wissen wie, betont der Präsident der Ärztekammer Nordrhein Rudolf Henke. Die Wissenschaft schaffe solches Wissen.

"Nicht nur die ärztliche Arbeit, auch die Pflege- und Gesundheitsfachberufe brauchen eine wissenschaftliche Grundlage", sagt Henke.

Die Modellstudiengänge laufen bis 2017. Die Evaluation haben die Katholische Stiftungsfachhochschule München und das Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Universität Bremen übernommen. (iss)

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Infarktverdächtige Beschwerden (Thoraschmerzen oder Atemnot) und Ischämiezeichen im EKG: Auch wenn sich der Verdacht nicht bestätigt, haben die Betroffenen längerfristig offenbar eine schlechtere Prognose als Infarkt-Patienten.

Schlechte Langzeitprognose

Auch falscher Herzinfarkt-Verdacht ist ein Alarmsignal

Wie viel Honorar pro Vertragsarzt gab es im ersten Halbjahr 2019? Die KBV hat genau nachgerechnet.

Statistik

Honorar aus Selektivverträgen wächst kräftig

Gleichstellung in der Medizin – was den Weg blockiert

Weltfrauentag

Gleichstellung in der Medizin – was den Weg blockiert