Baden-Württemberg

AOK honoriert Botengänge der Apotheken

Die AOK gibt sich generös und bezahlt für Medikamentenlieferungen an die Haustür. Die Apotheker schießen unterdessen wieder gegen den Versandhandel.

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Eine Offizin im Inneren: Derzeit müssen Apotheker aber auch öfter raus.

Eine Offizin im Inneren: Derzeit müssen Apotheker aber auch öfter raus.

© Frank Rumpenhorst / dpa

Stuttgart. Nach etlichen anderen Kassen verzichtet nun auch die AOK Baden Württemberg während der Corona-Krise auf die getreue Erfüllung der Rabattverträge bei der Generikaabgabe in Apotheken. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem Landesapothekerverband geschlossen. Ist ein bestimmtes Arzneimittel nicht vorrätig, „gleich ob rabattiert oder nicht“, sei die Apotheke frei in der Auswahl einer Alternative. Bei mehreren Produktalternativen sei die günstigste auszuwählen.

Zwei Euro je Patient

Die AOK geht aber noch einen Schritt weiter: Botendienste der Apotheke werden – erstmals überhaupt – mit zwei Euro je Patient honoriert. „Das gibt es nur bei uns“, betont die Ortskrankenkasse. Auf die Herausforderungen der Pandemie lasse sich nicht „mit Zentralisierungsbestrebungen reagieren“, heißt es weiter. Vielmehr gelte es, der Besonderheit regionaler Versorgungsstrukturen Rechnung zu tragen. „Bezahlte Botengänge zum Beispiel sind in einem Flächenland wie Baden-Württemberg sinnvoll – andere setzen möglicherweise auf Versandhandel, auch der kann die Apotheke vor Ort entlasten.“

Preis: Brauchen Wirkstoffe dringender

Was unterdessen in Apothekerkreisen anders gesehen wird. So fordert etwa der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, „ein absolutes Versandverbot für Arzneimittel“ für die Dauer der Corona-Krise. Preis ärgert, dass nicht nur in den Vor-Ort-Apotheken die Nachfrage durch die Decke geht – „wir arbeiten an der Grenze der Belastbarkeit“ – sondern auch bei der Online-Konkurrenz. Um 60 Prozent habe das Bestellaufkommen seit Ausbruch der Pandemie zugenommen, meldete kürzlich der Versandapothekenverband BVDVA.

Preis: „Es kann nicht sein, dass Wirkstoffe in den Lagern der Versandhändler liegen, die wir dringend vor Ort brauchen“. (cw)

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