HIV und Aids

Ärzte fühlen sich nicht gut fortgebildet

Veröffentlicht: 29.07.2014, 18:07 Uhr

Obwohl mehr als jeder zweite niedergelassene Arzt HIV-Patienten behandelt, gibt es Defizite: Viele Mediziner fühlen sich nur unzureichend fortgebildet.

BERLIN. Viele Ärzte in Deutschland haben offenbar Nachholbedarf, wenn es um Informationen über HIV und Aids sowie weitere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) geht.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV). Danach fühlen sich nur 30 Prozent der Ärzte in diesem Bereich kompetent und ausreichend informiert. 60 Prozent wünschen sich eine Fortbildung zum Thema.

In die nicht-repräsentative Online-Befragung waren 504 Mediziner einbezogen. 89 Prozent von ihnen sind nach eigenen Angaben als niedergelassene Ärzte in einer Einzel- oder einer Gemeinschaftspraxis tätig.

Immerhin 14 Prozent der Befragten haben Angst, sich im Berufsalltag mit HIV zu infizieren. 46 Prozent behandeln bis zu vier HIV-positive Patienten im Jahr. Bei neun Prozent sind es vier bis 15 Patienten, bei fünf Prozent 15 oder mehr.

Mit "nur" 38 Prozent hat gut ein Drittel im beruflichen Alltag keinen Kontakt zu der Patientengruppe. 18 Prozent der Ärzte testen mehr als zweimal im Monat Patienten auf HIV. Bei 44 Prozent ist das seltener der Fall, bei 38 Prozent gar nicht.

PKV-Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach verweist auf spezielle Fortbildungen zum Thema HIV, Aids und STI, die von der Deutschen Aidshilfe und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) angeboten werden.

Die Workshops unter dem Motto "Let's talk about sex" werden von der PKV gefördert. "Die Umfrageergebnisse bestätigen dieses seit 2010 laufende Projekt", sagt Leienbach.

Die Private Krankenversicherung unterstützt seit dem Jahr 2005 Kampagnen zur Aids-Prävention. Ein Grund dafür ist, dass unter den Privatversicherten der Anteil der HIV-Infizierten überdurchschnittlich hoch ist. Nach dem PKV-Zahlenbericht 2012 kamen im Jahr 2012 in der Gesamtbevölkerung 4,94 HIV-Neuinfizierte auf 100.000 Personen, in der PKV waren es 7,24.

Nach der PKV-Statistik gab es 2012 unter den Kunden mit einer Vollversicherung 649 HIV-Neuinfektionen, 66 Versicherte starben an Aids. (iss)

Infos unter: www.aidshilfe.de/aerztefortbildung

Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl

nicht nur Ärzte!

unsere ehrwürdige Rita Süßmuth hat mit dafür gekämpft KEINEN AIDS-Test machen zu dürfen.
Soweit sind wir gesunken.


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