Pharma

Amgen schnallt den Gürtel enger

Obgleich Nachahmerkonkurrenz schon in den Startlöchern steht, kann Amgen mit seinem Hauptprodukt Etanercept noch immer Zuwachs verbuchen.

Veröffentlicht: 04.02.2020, 16:45 Uhr

Thousand Oaks. Der US-Biotechkonzern Amgen hat kein einfaches Jahr hinter sich: Steigende Aufwendungen – insbesondere für klinische Entwicklungsprojekte – sowie überwiegend zweistellig abschmelzende Erlöse bei patentfrei gewordenen Altprodukten – unter anderem Neulasta® (Pegfilgrastim), Epogen® oder Mimpara® (Cinacalcet) – haben sowohl auf operativer Gewinnebene als auch nach Steuern Rückgang bewirkt.

Nur weil am Jahresende dank anhaltender eigener Rückkauftätigkeit weniger Amgen-Aktien im Umlauf waren als zu Jahresbeginn, nahm der Gewinn je Aktie (EPS) leicht, um zwei Prozent auf 12,88 Dollar zu. 2020 sollen aber nach Einschätzung des Managements die Produktumsätze wieder zulegen; erwartet werden Mehreinnahmen zwischen sieben und neun Prozent. Hinsichtlich des Gewinns je Aktie wird allerdings mit deutlichem Rückgang gerechnet, zwischen zehn und 16 Prozent.

Die große Unbekannte: Wann das Hauptprodukt Enbrel® (Etanercept) im Heimatmarkt Biosimilarkonkurrenz erhält. Aktuell sind bereits zwei Nachahmer des Fusionsproteins in den USA zugelassen – von Sandoz und Samsung Bioepis. Jedoch wehrt sich Amgen noch gerichtlich gegen deren Markteintritt. 2019 steuerte Enbrel® mit 5,2 Milliarden Dollar (+4,0 Prozent) fast ein Viertel zum Konzernumsatz bei.

Neue Produkte legen zweistellig zu

Eventuelle erste Einbußen dürften durch die jüngste Großakquise, das orale Psoriasismittel Apremilast (Otezla®) ausgeglichen werden, das bereits bei Celgene mit 1,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz Blockbusterstatus erreicht hatte. Amgen hatte Otezla® im Herbst für 13 Milliarden Dollar von Celgene erworben, aber noch keine nennenswerten Produktumsätze in den eigenen Büchern ausweisen können, da die Celgene-Übernahme durch Bristol-Myers Squibb erst Ende November offiziell abgeschlossen war.

Als weitere Wachstumstreiber des Amgen-Portfolios erwiesen sich 2019 mit prozentual zweistelligen Mehrumsätzen etwa der Osteoporose-Antikörper Denosumab (Prolia®, 2,7 Milliarden Dollar, +17 Prozent), der PCSK9-Inhibitor Evolocumab (Repatha®, 661 Millionen Dollar, +20 Prozent) oder der bispezifische Krebsantikörper Blinatumomab (Blincyto®, 312 Millionen Dollar, +36 Prozent).

Der Konzernumsatz ging um zwei Prozent auf knapp 23,4 Milliarden Dollar zurück. Die Betriebsgewinnmarge verringerte sich um 1,9 Punkte auf 43,6 Prozent. Nach Steuern verdiente Amgen mit 7,8 Milliarden Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr. (cw)

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