Pharma

Amgen schnallt den Gürtel enger

Obgleich Nachahmerkonkurrenz schon in den Startlöchern steht, kann Amgen mit seinem Hauptprodukt Etanercept noch immer Zuwachs verbuchen.

Veröffentlicht:

Thousand Oaks. Der US-Biotechkonzern Amgen hat kein einfaches Jahr hinter sich: Steigende Aufwendungen – insbesondere für klinische Entwicklungsprojekte – sowie überwiegend zweistellig abschmelzende Erlöse bei patentfrei gewordenen Altprodukten – unter anderem Neulasta® (Pegfilgrastim), Epogen® oder Mimpara® (Cinacalcet) – haben sowohl auf operativer Gewinnebene als auch nach Steuern Rückgang bewirkt.

Nur weil am Jahresende dank anhaltender eigener Rückkauftätigkeit weniger Amgen-Aktien im Umlauf waren als zu Jahresbeginn, nahm der Gewinn je Aktie (EPS) leicht, um zwei Prozent auf 12,88 Dollar zu. 2020 sollen aber nach Einschätzung des Managements die Produktumsätze wieder zulegen; erwartet werden Mehreinnahmen zwischen sieben und neun Prozent. Hinsichtlich des Gewinns je Aktie wird allerdings mit deutlichem Rückgang gerechnet, zwischen zehn und 16 Prozent.

Die große Unbekannte: Wann das Hauptprodukt Enbrel® (Etanercept) im Heimatmarkt Biosimilarkonkurrenz erhält. Aktuell sind bereits zwei Nachahmer des Fusionsproteins in den USA zugelassen – von Sandoz und Samsung Bioepis. Jedoch wehrt sich Amgen noch gerichtlich gegen deren Markteintritt. 2019 steuerte Enbrel® mit 5,2 Milliarden Dollar (+4,0 Prozent) fast ein Viertel zum Konzernumsatz bei.

Neue Produkte legen zweistellig zu

Eventuelle erste Einbußen dürften durch die jüngste Großakquise, das orale Psoriasismittel Apremilast (Otezla®) ausgeglichen werden, das bereits bei Celgene mit 1,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz Blockbusterstatus erreicht hatte. Amgen hatte Otezla® im Herbst für 13 Milliarden Dollar von Celgene erworben, aber noch keine nennenswerten Produktumsätze in den eigenen Büchern ausweisen können, da die Celgene-Übernahme durch Bristol-Myers Squibb erst Ende November offiziell abgeschlossen war.

Als weitere Wachstumstreiber des Amgen-Portfolios erwiesen sich 2019 mit prozentual zweistelligen Mehrumsätzen etwa der Osteoporose-Antikörper Denosumab (Prolia®, 2,7 Milliarden Dollar, +17 Prozent), der PCSK9-Inhibitor Evolocumab (Repatha®, 661 Millionen Dollar, +20 Prozent) oder der bispezifische Krebsantikörper Blinatumomab (Blincyto®, 312 Millionen Dollar, +36 Prozent).

Der Konzernumsatz ging um zwei Prozent auf knapp 23,4 Milliarden Dollar zurück. Die Betriebsgewinnmarge verringerte sich um 1,9 Punkte auf 43,6 Prozent. Nach Steuern verdiente Amgen mit 7,8 Milliarden Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr. (cw)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

EU-Pharma-Regulierung: Impulse für Deutschland

IQWiG-Methoden-Papier und EU-Guidances: Ein Vergleich

Kooperation | In Kooperation mit: AbbVie Deutschland, DAK Gesundheit, MSD Sharp & Dohme, Novo Nordisk, Roche Pharma, vfa und Cencora Global Consulting Services
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Manchmal kommt Künstliche Intelligenz ziemlich abstrakt daher. Doch es gibt zunehmend auch konkrete Anwendungen, sogar für Arztpraxen.

© 3dkombinat - stock.adobe.com

Praxisorganisation

Mit KI zu mehr Entlastung fürs Praxisteam

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Doctolib GmbH
Der Empfang der Gynäkologen-Praxis in Gütersloh: Vor allem die starke Patientinnenbindung überzeugte am Ende das MVZ, das die Praxis erwarb.

© Andreas Peters

Praxismanagement

Privatpraxis abzugeben? Das lässt sich regeln!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Finanzdienstleister MLP
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cyberangriffe & Co.

So reagieren Arztpraxen im IT-Notfall richtig

Gendermedizin

Lena Marie Seegers: Ein Herz für Frauenherzen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Madrid bei Sonnenuntergang.

© Shansche / Getty Images / iStock

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen