Kommentar

Angst ist der falsche Ratgeber beim Fernbehandlungsverbot

Von Angela Misslbeck Veröffentlicht: 04.09.2018, 05:39 Uhr

Es ist gut, wenn Ärzte die Risiken und Nebenwirkungen neuer Behandlungsmöglichkeiten im Blick haben. Es schadet auch nicht, dass die Brandenburger Kammerdelegierten mit Nachdruck auf die Risiken der vom Ärztetag beschlossenen Aufhebung des ausschließlichen Fernbehandlungsverbots hinweisen. Doch nur in seltenen Fällen ist es gerechtfertigt, eine Behandlung wegen der damit verbundenen Gefahren zu unterlassen.

Wenn die Brandenburger Ärztekammer die Lockerung der Musterberufsordnung nicht übernimmt, würde sie vielen jungen Kollegen den Weg in eine veränderte berufliche Zukunft versperren. Zugleich würde sie Chancen im Kampf gegen den Ärztemangel vergeben, die gerade dem Flächenland Brandenburg zugutekämen. Problematisch wäre es ohnehin, wenn das Berufsrecht in der Frage der Fernbehandlung bundesweit uneinheitlich ausfiele.

Daher steht zu hoffen, dass die Delegierten der Brandenburger Kammer, wenn sie am kommenden Wochenende über das Fernbehandlungsverbot abstimmen, allen Mut zusammennehmen und sich zu einer zukunftsweisenden Entscheidung durchringen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das gilt auch für Gremienbeschlüsse der ärztlichen Selbstverwaltung.

Lesen Sie dazu auch: Ärztekammer Brandenburg: Keine ungeteilte Zustimmung zur Fernbehandlung im Osten

Mehr zum Thema

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

Soziale Distanz

Unfallversicherung erlaubt Videosprechstunden

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Infektionsrate, Letalität und Co

Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

Existenzsorgen bei Laborärzten

Weniger Aufträge durch Corona

Existenzsorgen bei Laborärzten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden