Anlagen-Kolumne

Angst vor Le Pen? Pulver trocken halten!

Aktien laufen gut derzeit. Doch die Stimmung könnte vor der Frankreich-Wahl drehen.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:
Angst vor Le Pen? Pulver trocken halten!

© Peter Kneffel / dpa / picture-alliance

Die Konjunktur belebt sich weltweit. Ein Blick auf Frühindikatoren lässt überwiegend auf Wachstum schließen. Selbst die Geldpolitik ist weiterhin unterstützend, wenn man berücksichtigt, dass die jüngst gestiegenen Inflationsraten weltweit zu einem sehr niedrigen und teilweise sogar negativen Realzins führen.

Aktien sind in diesen Zeiten eine vergleichsweise attraktive Anlageklasse. Doch leider gibt es Signale, die darauf deuten, dass es zu Kursverwerfungen kommen könnte. Das sorgt für Unsicherheit. Bei internationalen institutionellen Investoren werden derzeit folgende Schlagworte besonders häufig verwendet: Populismus, Protektionismus, geopolitische Unsicherheit, Trump und Le Pen.

Zuletzt spiegelte sich diese Unsicherheit auch in den Stimmungsindikatoren wieder, die trotz stabiler Aktienmärkte deutlich rückläufig sind.

Investoren stehen aktuell vor der Herausforderung, sich auf den Wahlausgang in Frankreich vorzubereiten. Auch wenn ein Sieg von Marine Le Pen nicht sehr wahrscheinlich ist, besteht eine große Angst davor. Mit Blick auf diese Wahl ist es durchaus wahrscheinlich, dass die die Angst in den kommenden Wochen weiter zunimmt. Das könnte zu Verkäufe am Aktienmarkt führen mit der Folge deutlicher Kurskorrekturen.

Kann sich Le Pen im ersten Wahlgang tatsächlich durchsetzen, dann steigt die Chance für einen finalen Wahlsieg, was der Markt mit dem Worst Case, also dem Ende des Euro und dem Auseinanderbrechen der EU gleichsetzen würde. In diesem Fall sind signifikante Kursverluste sehr realistisch. Wie stellt man sich als defensiver Anleger darauf ein? Aktuell spricht vieles dafür, mit einem Näherrücken der Wahl in Frankreich, lieber etwas Pulver trocken zu halten. Je nach Wahlausgang kann ein Rückschlag dann eine sehr gute Kaufgelegenheit sein.

Der unabhängige Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt erreicht mit seinen Fonds immer wieder Spitzenplätze unter den Vermögensverwaltern.

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis