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E-Health-Gesetz

Apotheker finden sich nicht wieder

Deutschlands Apotheker sehen in Bezug auf die Arzneimitteltherapiesicherheit große Lücken im Kabinettsentwurf zum E-Health-Gesetz.

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BERLIN. Die Apothekerschaft mahnt Nacharbeiten des Gesetzgebers in Sachen Medikationsplan an.

 In dem veröffentlichten Kabinettsentwurf zum E-Health-Gesetz ist vorgesehen, dass Patienten, die gleichzeitig mindestens drei verschiedene Medikamente verordnet bekommen, Anspruch auf einen Medikationsplan haben.

Darin sollen auch Präparate der Selbstmedikation aufgeführt werden. Dreh- und Angelpunkt des Medikationsplans sind die Vertragsärzte, die die Übersicht erstellen und aktualisieren sollen.

Welche Rolle dabei den Apothekern zukommt, ist noch unklar. Im Gesetzentwurf heißt es lediglich, dass "Inhalt, Struktur und Vorgaben des Medikationsplans sowie ein Verfahren zu seiner Fortschreibung" zwischen KBV, Bundesärztekammer und Apothekerverband zu vereinbaren ist.

Liste bringt keine Sicherheit

Friedemann Schmidt, Präsident des Apothekerdachverbands ABDA bemängelt nun, dass der Medikationsanalyse im Entwurfstext keine Bedeutung geschenkt wird: "Die reine Auflistung von Arzneimitteln ist kaum etwas wert, wenn keine Medikationsanalyse erfolgt. Dazu gehört, dass die Medikation systematisch auf Wechselwirkungen und andere Risiken überprüft wird und für erkannte Probleme Lösungen zwischen Arzt und Apotheker abgestimmt werden. Die Liste allein bringt den Patienten nicht mehr Arzneimitteltherapiesicherheit".

Medikationsanalyse sei "eine aufwendige pharmazeutische Leistung, die nicht kostenfrei erbracht werden könne", so Schmidt weiter.

Zudem enthalte das Gesetz bislang kein verbindliches Verfahren "unter routinemäßiger Einbindung der Apotheken" zur Einpflegung von OTC-Präparaten in den Medikationsplan. - Schmidt äußerte die Hoffnung, "dass die gravierenden Lücken des Kabinettsentwurf im Lauf des parlamentarischen Verfahrens noch geschlossen werden".

Mehr Verantwortung gewünscht

Schmidts Kritik am E-Health-Gesetz ist auch Ausdruck der Enttäuschung. Darüber, dass das neue Selbstverständnis der Offizinbetreiber als Medikationsmanager - so in einem Strategiepapier voriges Jahr formuliert - beim Gesetzgeber auf taube Ohren stößt.

Erklärtes Ziel der Pharmazeuten ist es, als Heilberufler "mehr Verantwortung für die Arzneimitteltherapie zu übernehmen". Dabei fehlte es der Verbandsspitze bislang nicht an Selbstbewusstsein.

"Wir wollen, dass die Ärzte uns als Experten zurate ziehen, wenn es um die Arzneimitteltherapiesicherheit für den Patienten geht", so der Apotheker-Präsident gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" im Juni 2014.

"Auf die Erlaubnis der Ärzte" wolle man bei "unserer Neuausrichtung" freilich "nicht warten." (cw)

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