Online-Umfrage

Auch Ärzte dürfen Emotionen zeigen

Jeder zweite Arzt weint gelegentlich am Arbeitsplatz, jeder vierte sogar vor Patienten. Das hat jüngst eine Studie aus den Niederlanden gezeigt. Doch wie sieht es in Deutschland aus? Die "Ärzte Zeitung" hat nachgefragt.

Veröffentlicht:
Wenn die Emotionen zu stark sind, können auch beim Arzt die Tränen fließen.

Wenn die Emotionen zu stark sind, können auch beim Arzt die Tränen fließen.

© fotodesign-jegg.de / fotolia.com

Ist es angebracht, dass ein Arzt im Patientengespräch weint, wenn die Emotionen zu stark sind? In einer Online-Umfrage hat die "Ärzte Zeitung" nachgefragt. 593 Leser haben in den vergangenen Tagen auf die Frage "Dürfen Ärzte vor Patienten weinen?" geantwortet.

Weniger als ein Viertel der Leser der "Ärzte Zeitung" meint, Ärzte müssten im Kontakt mit ihren Patienten ihre Emotionen stets im Griff haben. Weinen vor Patienten - das geht überhaupt nicht, meinen knapp 23 Prozent in der Umfrage. Fast die Hälfte ist der Auffassung, Ärzte sollten sich um Haltung bemühen, zeigen aber Verständnis für Emotionalität.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Hintergrund war eine holländische Studie unter Ärzten mit dem Ergebnis, dass knapp die Hälfte von ihnen am Arbeitsarbeitsplatz Tränen vergossen haben, ein Viertel sogar vor Patienten. Frauen reagierten dabei emotionaler als Männer. Aber auch fachspezifisch zeigten sich Unterschiede. Besonders cool sind männliche Chirurgen und Hausärzte.

Die meisten der befragten Ärzte in den Niederlanden sehen solche emotionalen Reaktionen nicht als Schwäche und halten sie auch nicht für unprofessionell - sie haben Verständnis dafür, dass starke Emotionen zu Tränen führen können.

Als akzeptable Gründe gelten das Leid der Patienten oder eine Situation beim Patienten, die sie an persönliche Erlebnisse erinnert. Dagegen werden Tränen vor Patienten aufgrund persönlicher Umstände oder Probleme bei der Arbeit als inakzeptabel betrachtet. (eb)

 

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kammerstatistik

Mehr als 2.000 ausländische Ärzte arbeiten in Thüringen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)

Übersicht

Eine Agenda für Seltene Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Shared Decision Making ist gerade bei der Diagnostik und Therapie seltener Erkrankungen ein wichtiges Versorgungsprinzip. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

Seltene Erkrankungen

Was auch Patienten tun können

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxisführung

So profitieren Praxisteams von Qualitätsmanagement

Lesetipps
Wo geht es hier zum nächsten Arzttermin? Über Google starten viele Patienten die Suche, neuerdings wird auch Chat-GPT konsultiert. Eher zielgerichtet ist es, direkt nach Terminen zu suchen.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen