Patienten-Coaching

BMC fordert eigene EBM-Ziffer

Patienten-Coaching spart der gesamten Gesundheitswirtschaft Geld - meint der Bundesverband Managed Care. Daher müsse es raus aus der Selektivvertragsecke - und mit einer eigenen Ziffer in den EBM.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:
EBM: Für den BMC fehlt darin das Patienten-Coaching.

EBM: Für den BMC fehlt darin das Patienten-Coaching.

© nös

BERLIN. Patienten-Coaching sollte im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) verankert und in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgenommen werden. Das fordert der Bundesverband Managed Care (BMC) in einem aktuellen, noch nicht veröffentlichten Positionspapier.

Dabei bringen die Initiatoren weniger medizinische denn eher wirtschaftliche Argumente vor: "Der Patient ist die größte Ressource im Gesundheitswesen, die bisher nicht genutzt ist", sagte Dr. Torsten Pilgrim aus der Projektgruppe Patienten-Coaching des BMC beim jüngsten BMC-Kongress in Berlin.

Die bestehenden selektivvertraglichen Möglichkeiten hält die Projektgruppe für nicht ausreichend: "Wir glauben, dass es tatsächlich ein öffentlicher Auftrag ist, diese Ineffizienzen zu heben. Daher wollen wir das nicht allein dem Wettbewerb überlassen", sagte Dr. Verena Donatz bei der Vorstellung des Positionspapiers.

Die BMC-Projektgruppe fordert darin zudem, dass Patienten-Coaching mit einer Abrechnungsposition hinterlegt wird, die auch nichtärztliche Leistungserbringer bedienen können.

Weigeldt: Mehr über Coaching nachdenken

Zur Qualitätssicherung hält sie eine kontinuierliche Nutzenbewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) für nötig.

Er müsse auch Ergebnisparameter für Patienten-Coaching definieren, so Donatz. Nötig seien weiterhin eine Begriffsnormierung und eine Klarstellung, wer Patienten-Coaching anbieten dürfe.

Ihren Vorstoß begründet die BMC-Projektgruppe damit, dass immer mehr Menschen in Deutschland an chronischen Erkrankungen leiden, bei denen Lebensstiländerungen Folgeerkrankungen vermeiden und den Medikamentenbedarf senken könnten. "Die Zukunft der Medizin ist chronisch", so Pilgrim.

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt hält den Ansatz für interessant. "Ich glaube, dass man über Coaching im Gesundheitswesen ohnehin mehr nachdenken muss", sagte er der "Ärzte Zeitung" am Rand des Kongresses.

Der Hausärzteverband bietet unter dem Titel HausMed ein Internet-Coaching für Patienten zu verschiedenen Gesundheitsthemen an. Das Angebot ist 2011 gestartet. Derzeit sind nach Verbandsangaben rund 2000 Hausärzte als HausMed-Coachs aktiv.

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