Direkt zum Inhaltsbereich

Apherese

BSG verschafft Nephrologen Konkurrenz

Bei extrakorporalen Blutwäschen bekommen Nephrologen Konkurrenz. GBA und KVen müssen auch Transfusionsmedizinern die Möglichkeit einräumen, diese Leistung zu erbringen.

Veröffentlicht:

KASSEL. Künftig werden wohl auch Transfusionsmediziner die Möglichkeit haben, die ärztliche Betreuung bei extrakorporalen Blutwäschen gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen.

Nach einem aktuellen Urteil des Kasseler Bundessozialgerichts (BSG) haben der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) und die Kassenärztlichen Vereinigungen aber noch bis Ende September 2015 Zeit, dies zu prüfen und ein entsprechendes Regelwerk auf die Beine zu stellen.

Nach den Vorgaben des GBA sind Apheresen bislang ausschließlich Nephrologen vorbehalten. Doch "im Gegensatz zur Dialyse werden mit Hilfe von Apheresen keine Nierenerkrankungen therapiert", betonte nun das Bundessozialgericht.

Es bestehe also lediglich ein technischer, jedoch kein fachlicher Bezug zu den Internisten mit Schwerpunkt Nephrologie. Daher sei es naheliegend, dass Transfusionsmediziner mit entsprechender Weiterbildung mindestens ebenso gut für diese Leistung geeignet sind.

Trotz positiven Bescheids der Klage eines Transfusionsmediziners aus Berlin hielt das BSG die bestehenden Regelungen vorläufig aufrecht. Allerdings habe der Kläger ein "berechtigtes Interesse" an einer zeitnahen Klärung, erklärte der BSG-Vertragsarztsenat. Demnach muss der GBA die Genehmigungen für Apheresen jetzt neu prüfen und eine neue Qualifikationsregelung schaffen.

In der Folge müssen dann die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Abrechnungsgepflogenheiten bis Ende September kommenden Jahres neu regeln. Gelingt dies der KV Berlin nicht, darf besagter Transfusionsmediziner, der die Klage geführt hatte, ab Oktober 2015 auch ohne Neuregelung Apheresen abrechnen, entschied das BSG. (mwo)

Urteil des Bundessozialgerichts, Az.: B 6 KA 38/12 R

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Lesetipps