Bei Unfall im Ausland gelten örtliche Regeln

KOBLENZ (dpa). Bei einem Unfall zwischen Deutschen im Ausland haftet, wer gegen die dort geltenden Verhaltensvorschriften verstößt.

Veröffentlicht:

Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem nun bekanntgewordenen Urteil. Nach dem Richterspruch gilt dies unabhängig davon, ob es sich um geschriebenes oder um Gewohnheitsrecht handelt.

Das Gericht gab damit der Schadensersatzklage eines Skifahrers aus Deutschland gegen einen Landsmann statt. Die Skifahrer waren in Österreich auf einer Piste zusammengestoßen.

Der Kläger verwies darauf, dass nach den Verhaltensregeln des Internationalen Ski-Verbandes FIS grundsätzlich der Hinterherfahrende eine besondere Aufmerksamkeitspflicht habe und dieser bei einem Unfall allein hafte. Der Unfallgegner verwies darauf, nach deutschem Haftungsrecht treffe den Kläger in jedem Fall ein Mitverschulden.

Das OLG schloss sich der Auffassung des Klägers an. Maßgeblich sei nicht das deutsche, sondern das in Österreich geltende Recht. Auf die Staatsangehörigkeit der Beteiligten komme es nicht an.

Als unerheblich werteten die Koblenzer Richter auch, dass die FIS-Regeln in Österreich nicht etwa als gesetzliche Regeln, sondern als Gewohnheitsrecht gelten.

Az.: 5 U 1273/10

Mehr zum Thema

Landesarbeitsgericht

Kein zusätzlicher Urlaub wegen Corona-Quarantäne

Schlagworte
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Essen nach der Uhrzeit: Beim periodischen Fasten lassen sich offenbar bessere Diät-Ergebnisse erzielen.

© dusk / stock.adobe.com

Diät

Periodisches Fasten lässt wohl mehr Kilos purzeln

Dr. Ralph von Kiedrowski ist mit seiner Praxis komplett digital aufgestellt. Aber einen TI-Anschluss lehnt er bisher ab.

© Porträt: BVDD | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Dermatologe von Kiedrowski: Die dunkle und die helle Seite der Digitalisierung

„Gespräche werden in den kommenden Wochen beginnen“: Dr. Doris Reinhardt, Spitzenkandidatin der Hausarztliste, und MEDI-Spitzenkandidat Dr. Karsten Braun.

© li: Privat re: Jochen Schreiner

Ergebnis der KV-Wahl in Baden-Württemberg

Hausärzteverband und MEDI bekräftigen Willen zur Vorstandsbildung