Kommentar zum Medizinstudium

Beliebt und madig gemacht

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:

Ein Gegensatz, über den man seit Jahren redet und streitet, der komplette Konferenzprogramme füllen könnte: Einerseits interessieren sich immer mehr junge Leute für das Medizinstudium - 70.000 Bewerbungen gab es für das kommende Wintersemester in den medizinischen Fächern. Das Studium ist und bleibt beliebt wie eh und je - Arzt werden ist ein Traumberuf.

Andererseits gibt es immer mehr offene Stellen in Provinz-Kliniken oder Landarztpraxen mit Nachwuchssorgen.

Funktionäre haben den vermeintlichen Grund dafür identifiziert: Als Arzt in der ambulanten Versorgung zu arbeiten ist unattraktiv, die jährlich rund 10.000 Absolventen gehen lieber ins Ausland. Seit Jahren wird dieser Widerspruch registriert - wenige bemühen sich um eine Auflösung.

Sonntagsreden, Streitgespräche oder Konferenz-Appelle an die neue Mediziner-Generation sind das Standard-Rezept. Keiner vermag die Daten rund um das Studium und das Befinden der jungen Ärztegeneration in einen sinnvollen Zusammenhang zu setzen.

An welchem Punkt wird aus dem Traumberuf ein Albtraum? Wo müssen Arbeitsbedingungen verändert oder attraktiver gestaltet werden? Diese Analyse wird lang und schmerzlich für Funktionäre sein - doch daran führt kein Weg vorbei.

Lesen Sie dazu auch: Studium: 70.000 Bewerbungen für Medizin-Fächer

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