Für Entlastungstarifvertrag

Beschäftigte am Uniklinikum Gießen und Marburg im Ausstand

Einen zweitägigen Warnstreik gibt es an dem Universitätsklinikum Marburg und Gießen. Die Beschäftigten fordern einen Entlastungstarifvertrag und Beschäftigungssicherung.

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Die Gewerkschaft ver.di will vor der nächsten Verhandlung am 9, März Druck machen.

Die Gewerkschaft ver.di will vor der nächsten Verhandlung am 9, März Druck machen.

©  Foto: Fabian Sommer/dpa

Marburg/Gießen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) zu Warnstreiks aufgerufen. Nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm haben sich am Montag (6. März) 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Warnstreiks beteiligt.

Für 7. März rechnet die Gewerkschaft mit rund 800 Streikenden. Dann werden etwa 75 Prozent der geplanten Operationen ausfallen, so Dzewas-Rehm. Mit der Arbeitsniederlegung wollen die Beschäftigten ihrer Forderung nach einem Entlastungstarifvertrag und Beschäftigungssicherung Nachdruck verleihen.

„Mit der Einigung für den Zukunftsvertrag gibt es keine Ausreden mehr. Das Geld für Entlastung ist da. Jetzt muss es den UKGM-Beschäftigten und der Versorgung der Patientinnen und Patienten zugutekommen“, sagte Dzewas-Rehm. Die Streikenden beraten an beiden Tagen auf dem „Krankenhausratschlag“ in der Kongresshalle Gießen über ihre Forderungen.

Geschäftsleitung: Sind noch in Verhandlungen

Wenig Verständnis für die Warnstreiks hat die Geschäftsleitung des privatisierten Universitätsklinikums. Die Tarifverhandlungen zur Beschäftigungssicherung und Entlastung liefen bereits seit dem 16. Februar.

Alle offenen Fragen sollten am beziehungsweise nach dem 9. März konstruktiv am Verhandlungstisch erörtert und geklärt werden: „Mit Blick auf diesen Sachstand haben wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebeten, nicht an den Warnstreiks teilzunehmen“, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Gunther K. Weiß.

Dagegen erinnerte Gewerkschaftssekretär Dzewas-Rehm daran, dass die Mehrheit der deutschen Universitätskliniken bereits einen Tarifvertrag für Entlastung habe. So werbe etwa die Frankfurter Uni-Klinik am Marburger Hauptbahnhof damit. Im Dezember 2022 hatten rund 4200 Beschäftigte des UKM ein 100-Tage-Ultimatum gestellt, um Entlastung zu erreichen. Mit den Warnstreiks wollten sie vor der nächsten Verhandlung am 9. März Druck machen.

Um die Krankenversorgung während der Warnstreiks zu sichern, haben Geschäftsführung und Gewerkschaft Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, in denen eine Mindestpersonalbesetzung für die bestreikten Bereiche geregelt ist. (coo)

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