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Biogen verliert Interferon-Streit gegen Merck

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck muss Biogen keinen Schadenersatz leisten und löst infolgedessen Millionen-Rückstellungen auf.

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Darmstadt. Die Merck KGaA kündigt einen Sondergewinn nach Auflösung von 365 Millionen Euro für Prozessrisiken in einer Patentauseinandersetzung mit Biogen an. Der hessische Pharma- und Chemiekonzern ist bereits seit Jahren in einen Rechtsstreit mit dem US-Biotechunternehmen verwickelt.

Nach Darstellung Mercks macht Biogen geltend, mit der Vermarktung des MS-Mittels Rebif® (rekombinantes Interferon-beta 1a, dreimal wöchentlich subkutan) verletze Merck geistige Eigentumsrechte. Biogen vermarktet mit Avonex® gleichfalls ein Interferon-beta 1a, das einmal wöchentlich intramuskulär appliziert wird.

Nach einigem juristischen Hin und Her habe nun am Montag ein Appellationsgericht die Mercks Position bestätigt und die Schadenersatzansprüche Biogens zurückgewiesen.

Sondergewinn 2020

Die Auflösung der dreistelligen Millionenreserve könnte sich mit maximal einem mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag auf das diesjährige Finanzergebnis auswirken, heißt es. Der Konzern werde seine Prognosen im Zuge der regulären Finanzberichterstattung „entsprechend anpassen“.

Rebif® war 2019 mit 1,3 Milliarden Euro Umsatz Mercks größtes Pharma-Produkt. Entwickelt hat es das Schweizer Familienunternehmen Serono, das 2006 von Merck übernommen wurde.

2001 hatte Serono zur damals anstehenden US-Zulassung seines Interferons Daten einer direkten Vergleichsstudie („EVIDENCE“) gegen Avonex® veröffentlicht, wonach die dreimalige Interferon-beta-1a-Gabe mit in Summe weit höherer Dosierung signifikant bessere Therapieergebnisse lieferte als die einmalige Wochendosis von Biogen. (cw)

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