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Blättern gegen die Langeweile im Wartezimmer

Mit Zeitschriftenlektüre überbrückt jeder zweite Patient Wartezeiten - eine Chance für Ärzte.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Ob Bestellpraxis oder nicht, es müssen noch immer viele Patienten lange im Wartezimmer von Niedergelassenen-Praxen sitzen, bis sie ins Behandlungszimmer kommen. Wie überbrücken die Patienten eigentlich die Zeitspanne?

Dieser Frage ist das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de in einer Online-Umfrage nachgegangen. 415 Patienten beteiligten sich an der nicht repräsentativen Befragung. Wie imedo-Pressesprecher Sven-David Müller im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" hervorhob, lesen mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Antwortenden im Wartezimmer Zeitschriften aus einem Lesezirkel.

15 Prozent der Patienten entspannten sich einfach nur und machten nichts, 13 Prozent lesen ein mitgebrachtes Buch, und fünf Prozent nehmen sich ihren Musikplayer mit zum Arzt und vertreiben sich die Zeit mit Musik. Dass sie bei ihrem Arzt kaum warten müssen, konnten nur 11 Prozent der Umfrage-Teilnehmer von sich behaupten.

Dass Patienten unter Umständen auch Gegenstrategien zur Vermeidung langer Wartezeiten fahren, offenbart die Umfrage ebenfalls. So kommen sechs Prozent der Teilnehmer nach eigenen Angaben absichtlich später als vereinbart in die Praxis, weil sie sowieso lange warten müssen.

Aus der Umfrage lässt sich ableiten, dass in Sachen Praxismarketing noch viel Potenzial für die Patientenansprache besteht - sei es, um auf spezielle Kassenleistungen in der Praxis hinzuweisen - im Darmkrebsmonat März könnte das zum Beispiel die Koloskopie sein -, oder aber auch, um auf Selbstzahlerleistungen hinzuweisen.

Ärzten bieten sich hierbei vielfältige Kommunikationskanäle an. Das breite Spektrum bei der Patientenansprache reicht dabei vom klassischen Infoflyer, der selbst gemacht oder von der Pharmaindustrie zur Verfügung gestellt werden kann, über Plakate bis hin zum Wartezimmer-Fernsehen. Je nach Fachrichtung bieten einzelne Unternehmen sogar kostenfreie Filmbeiträge für das TV-Angebot im Wartezimmer an.

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