Arzt unter Verdacht

Bundesweite Durchsuchungen wegen mutmaßlich falscher Corona-Impfbescheinigungen

Ein Hausarzt in Bayern soll Impfbescheinigungen ausgestellt haben, ohne eine COVID-Impfung verabreicht zu haben. Ein Berufsverbot ist erteilt, nun erfolgen Dursuchungen in vier Bundesländern.

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Die Kriminalpolizeiinspektion Dillingen ermittelt gegen Personen, die sich von einem Arzt falsche Impfausweise besorgt haben sollen.

Vor der Polizeiinspektion Dillingen stehen Einsatzfahrzeuge. Die dortige Kriminalpolizeiinspektion ermittelt gegen Personen, die sich von einem Arzt falsche Impfausweise besorgt haben sollen.

© Stefan Puchner / dpa / picture alliance

Donauwörth. Die Polizei hat in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen Wohnungen von mehr als 100 Menschen durchsucht, die sich falsche Impfbescheinigungen besorgt haben sollen. Die Ermittler stellten bei der Aktion, die am frühen Donnerstagmorgen begann, unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher. Zudem wurde bei Beschuldigten Blut entnommen, um den Impfstatus zu klären, wie ein Sprecher der Polizei erklärte.

Ausgangspunkt der Durchsuchungen ist der Fall eines Hausarztes im bayerischen Landkreis Donau-Ries, der Scheinimpfungen verabreicht und Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll. Die Durchsuchungen richten sich nun gegen Verdächtige, die den Arzt bewusst aufgesucht haben sollen, um eine Impfung bescheinigt zu bekommen, ohne sich impfen zu lassen. Gegen sie wird laut Polizei wegen der Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse und deren Verwendung ermittelt. Außerdem stünden Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz im Raum. Gegen den Arzt wurde zwischenzeitlich ein Berufsverbot verhängt.

Bei den Durchsuchungen waren mehr als 200 Beamte im Einsatz, zunächst verliefen sie nach Angaben eines Polizeisprechers friedlich. (dpa)

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