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Callcenter - ja, aber nicht gegen Ärzte!

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Callcenter sind für Hausärzte in den vergangenen Monaten zu einem echten Reizthema geworden. Seitdem es offenbar zu Fällen gekommen ist, dass Krankenkassen ihren Versicherten über Callcenter empfohlen haben, über einen Arztwechsel nachzudenken, ist die Aufregung groß - zu Recht.

Den Krankenkassen sind gesetzlich enge Grenzen gesetzt, wenn sie in das Arzt-Patienten-Verhältnis eingreifen wollen. Ärzte, die über ihre Patienten davon erfahren, dass sie von ihrer Krankenkasse über derartige Zentren unter Druck gesetzt werden, tun gut daran, den Anfängen zu wehren und sofort dagegen vorzugehen. Die Therapiefreiheit ist durch die vielen Deckelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung schon eingeschränkt genug - noch mehr Einmischung verträgt das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht.

Das ändert nichts daran, dass bei der Betreuung chronisch Kranker Callcenter durchaus eine sinnvolle ergänzende Rolle übernehmen können, etwa indem sie durch Fernüberwachung diese Patienten zum richtigen Zeitpunkt zum Arzt schicken. Der Fall liegt ähnlich wie bei der Delegation ärztlicher Leistungen: Wer Ärzten die Verantwortung für bestimmte Handlungen entziehen will, geht zu weit. Aber so lange die Ärzte die Fäden in der Hand behalten, sprich, die Therapiehoheit behalten, ist weder gegen die Delegation ärztlicher Leistungen noch gegen die Unterstützung der Therapie durch Callcenter etwas auszusetzen.

Lesen Sie dazu auch den Gastbeitrag: Beratung durch Callcenter - was rechtlich zulässig ist, ist ziemlich eng gesteckt

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