KOMMENTAR

Callcenter - ja, aber nicht gegen Ärzte!

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Callcenter sind für Hausärzte in den vergangenen Monaten zu einem echten Reizthema geworden. Seitdem es offenbar zu Fällen gekommen ist, dass Krankenkassen ihren Versicherten über Callcenter empfohlen haben, über einen Arztwechsel nachzudenken, ist die Aufregung groß - zu Recht.

Den Krankenkassen sind gesetzlich enge Grenzen gesetzt, wenn sie in das Arzt-Patienten-Verhältnis eingreifen wollen. Ärzte, die über ihre Patienten davon erfahren, dass sie von ihrer Krankenkasse über derartige Zentren unter Druck gesetzt werden, tun gut daran, den Anfängen zu wehren und sofort dagegen vorzugehen. Die Therapiefreiheit ist durch die vielen Deckelungen in der gesetzlichen Krankenversicherung schon eingeschränkt genug - noch mehr Einmischung verträgt das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht.

Das ändert nichts daran, dass bei der Betreuung chronisch Kranker Callcenter durchaus eine sinnvolle ergänzende Rolle übernehmen können, etwa indem sie durch Fernüberwachung diese Patienten zum richtigen Zeitpunkt zum Arzt schicken. Der Fall liegt ähnlich wie bei der Delegation ärztlicher Leistungen: Wer Ärzten die Verantwortung für bestimmte Handlungen entziehen will, geht zu weit. Aber so lange die Ärzte die Fäden in der Hand behalten, sprich, die Therapiehoheit behalten, ist weder gegen die Delegation ärztlicher Leistungen noch gegen die Unterstützung der Therapie durch Callcenter etwas auszusetzen.

Lesen Sie dazu auch den Gastbeitrag: Beratung durch Callcenter - was rechtlich zulässig ist, ist ziemlich eng gesteckt

Mehr zum Thema

Hessen

Ermittlungen nach Tod von Kleinkind bei Op

Bundessozialgericht

PTBS – bald Berufskrankheit bei Rettungssanitätern?

Erleichterungen beschlossen

Bundesrat macht Weg für Corona-Geimpfte und -Genesene frei

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Vertreter der der Bundesländer stimmen in der Länderkammer über
eine Verordnung zur Rückgabe von Rechten an Geimpfte und Corona-Genesene ab.

Erleichterungen beschlossen

Bundesrat macht Weg für Corona-Geimpfte und -Genesene frei

Blutdruckwerte, die zwischen einzelnen Messungen stark variieren, sind häufig kein gutes Zeichen.

Patienten über 50 mit KHK

Variabler Blutdruck erhöht Sterberisiko langfristig