Personalmangel

Charité wehrt sich gegen Vorwürfe

Erneut wird das Personalmanagement an der Charité in Medienberichten angegriffen. Die Klinik weist die Vorwürfe zurück.

Veröffentlicht: 14.02.2020, 12:34 Uhr
Charité wehrt sich gegen Vorwürfe

Die berühmte Klinik wehrt sich gegen Vorwürfen wegen fehlendem Pflegepersonal.

© Schoening / Bildagentur-online /dpa

Berlin. Die Berliner Charité bezieht wiederholt Stellung zum Vorwurf zu fehlendem Pflegepersonal. Interne Dokumente der Klinik, wie das ARD-Magazin Kontraste berichtete, würden belegen, dass die Charité den tariflich vereinbarten Personalschlüssel für Pflegekräfte in der Kinderonkologie über mindestens 12 Monate unterschritten hätte.

Demnach sei der Schlüssel, eine Pflegekraft auf zwei Patienten, etwa auf der Station für Knochenmarktransplantation im Zeitraum vom zweiten Halbjahr 2018 bis zum ersten Halbjahr 2019 um rund ein Viertel unterschritten worden.

Hoch spezialisierte Kräfte gesucht

Auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“ erklärte die Charité, dass über 4500 Pflegekräfte in der Klinik arbeiten. „Gesucht werden noch etwa 100 weitere Pflegekräfte (– 60 im ITS-Bereich und 40 im OP-Bereich). Wir suchen wie alle Universitätskliniken in der Bundesrepublik hoch spezialisierte Pflegekräfte“, sagte Manuela Zingl von der Charité. Seit 2016 konnte die Berliner Klinik jedoch bereits 380 Pflegekräfte für sich gewinnen.

Die medizinische Behandlung von Kindern und Jugendlichen auf universitärem Niveau habe für die Charité höchste Priorität. „Die Kinderonkologie der Charité ist ein hoch spezialisierter Bereich und Pflegende mit entsprechender Expertise sind bundesweit schwer verfügbar“, erklärte Zingl.

Tarifliche Vorgabe freiwillig

Die offenen Stellen in der Pflege könnten daher trotz größter Bemühungen nur langsam nachbesetzt werden. „Seit Juni 2019 haben wir im speziellen Fall der Kinderonkologie den tariflich vereinbarten Personalschlüssel, also eine Pflegekraft auf zwei Patienten, einhalten können“, sagte Zingl weiter.

Die tarifliche Vorgabe beim Personalschlüssel sei freiwillig: „Diese tarifliche Vorgabe haben wir uns selbst freiwillig auferlegt und mit unseren Tarifpartnern abgeschlossen. Wir waren das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das einen solchen Tarifvertrag abgeschlossen hat.“

Zuvor ruderte der RBB zurück. In der vergangenen Woche berichteten Inforadio und radioeins über den Tod eines leukämiekranken Kindes, welches – so der Vorwurf – nicht rechtzeitig in der Charitè hätte behandelt werden können.

Mit einem Schreiben vom 10. Februar entschuldigte sich der Chefredakteur des RBB bei der Klinik und den Mitarbeitern für die Herstellung des Zusammenhangs zwischen fehlendem Personal in der Pflege und dem Tod des krebskranken Kindes. (mas)

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