Entlastungspaket

DKG-Chef Gaß: Konkreter Inflationsausgleich für Krankenhäuser weiter nötig

Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft fordert eine konkrete Hilfszusage des Bundes und der Länder bei der geplanten Ministerpräsidentenkonferenz. An einem sofortigen Inflationsausgleich für Kliniken führe kein Weg vorbei.

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DKG-Chef Dr. Gerald Gaß warnt Bund und Länder davor, die Kliniken bei der Ausgestaltung des dritten Entlastungspakets aus dem Blick zu verlieren. (Archivfoto)

DKG-Chef Dr. Gerald Gaß warnt Bund und Länder davor, die Kliniken bei der Ausgestaltung des dritten Entlastungspakets aus dem Blick zu verlieren. (Archivfoto)

© Marcus Brandt / dpa / picture alliance

Hamburg. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat Bund und Länder davor gewarnt, die Kliniken bei der Ausgestaltung des dritten Entlastungspakets aus dem Blick zu verlieren. „Wir haben den Eindruck, dass die Bundesregierung glaubt, mit ihrem 200 Milliarden Hilfspaket Krankenhäuser und andere Unternehmen über einen Kamm scheren zu können. Das wird aber nicht funktionieren“, wird DKG-Chef Dr. Gerald Gaß in einer Mittelung der Gesellschaft am Sonntag zitiert.

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Gaß bezieht sich auf einen Beschlussvorschlag des Bundes für die Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag. Demnach sollen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zielgerichtet bei den gestiegenen Energiekosten entlastet werden – allem voran mit der derzeit erarbeiteten „Gaspreisbremse“, hieß es.

Die Runde der Ministerpräsidenten hatte in der vergangenen Woche noch ausdrücklich eine Hilfe für die Krankenhäuser in ihrem Beschluss gefordert, doch im Entwurf des Bundes finden die von hohen Energiekosten und steigender Inflation betroffenen Kliniken den Angaben zufolge keine ausdrückliche Erwähnung.

Gaß: Können nicht zeitweise Betrieb einstellen

„Während andere Unternehmen einen Teil der Kostensteigerungen zumindest über Preisanhebungen ausgleichen können, ist dies für Krankenhäuser unmöglich. Wir können auch nicht zeitweise unseren Betrieb einstellen oder Temperaturen absenken, um Kosten einzusparen“, wird Gaß weiter zitiert.

Er forderte eine konkrete Hilfszusage des Bundes und der Länder bei der geplanten Ministerpräsidentenkonferenz. „Wenn im November in den Kliniken die Weihnachtsgelder ausgezahlt werden müssen, könnten ansonsten bei einem Teil der Krankenhäuser sehr bald die Lichter ausgehen“, so Gaß.

An einem sofortigen Inflationsausgleich führe kein Weg vorbei. Die gestiegenen Gas- und Energiepreise träfen die Krankenhäuser als Großverbraucher ohne realistische Einsparpotentiale bereits sehr hart. Sie seien aber in einem besonders großen Ausmaß noch einmal von weiteren, teils extremen Preissteigerungen betroffen, etwa bei Medizinprodukten oder den unverzichtbaren Dienstleistungen zahlreicher Zulieferbetriebe.

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„Darauf müssen Entlastungspläne für die Krankenhäuser Rücksicht nehmen“, so Gaß laut Mitteilung. Die ungedeckten Kostensteigerungen würden sich für die Kliniken von 2021 bis Ende 2023 auf über 15 Milliarden Euro aufsummieren.

„Es ist für uns nicht vorstellbar, dass ein allgemeines Entlastungspaket diese Zusatzkosten decken könnte, zumal die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser ohnehin schon angespannt ist“, so Gaß. (KNA/eb)

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