Börse

Dax fällt erstmals wieder unter 9000 Punkte

Krisen mit Weltwirkung wie in der Ukraine drücken den DAX weiter nach unten - ein Alarmsignal für Anleger, meinen Börsenexperten.

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FRANKFURT / MAIN. Konjunktursorgen und die internationalen Krisen haben den Dax erstmals seit zwei Monaten wieder unter die Marke von 9000 Punkten gedrückt. Der deutsche Börsen-Leitindex rutschte am Mittwoch kurzzeitig bis auf 8994,60 Punkte.

Händler machten vor allem die deutlich schwächeren Wirtschaftsperspektiven, aber auch die Krisen im Nahen Osten und der Ukraine für den Rückgang an den Börsen verantwortlich.

Auch andere Börsen in Europa und in Asien gingen auf Talfahrt.

Zuletzt war der Deutsche Aktienindex am 8. August im Tagesverlauf erstmals seit fünf Monaten unter 9000 Punkte gefallen. Auslöser waren damals bereits die internationalen Krisen.

Davon konnten sich die Börsen aber erholen, weil der Optimismus wieder stieg. Am 19. September erreichte der Dax im Handelsverlauf sogar wieder 9891,20 Punkte.

Mit wachsender Sorge um eine Abkühlung der Weltwirtschaft ging es seit Mitte September an den Börsen wieder abwärts, der Dax verlor seitdem rund neun Prozent. Die Stimmung hat sich zuletzt deutlich verschlechtert.

Immer mehr Institute korrigierten ihre Konjunkturprognosen auch für Deutschland nach unten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, sank im September den fünften Monat in Folge.

Abrutsch für Deutschland nicht ausgeschlossen

Experten schließen selbst für Deutschland, der Kojunkturlokomotive in Europa, im dritten Quartal ein Abrutschen in die Rezession nicht mehr aus.

Zuletzt hatte Anleger der Einbruch bei der Industrie-Produktion und den Auftragseingängen schockiert. Global warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer neuen Wirtschaftskrise.

Die Risiken seien in den vergangenen Monaten größer geworden, erklärte die Organisation. Eine große Sorge sei, dass die Wirtschaft in der Eurozone stagniere.

"Der Abwärtstrend ist kristallklar, das Potenzial reicht bis an die 8900-Punkte-Marke", erklärte Börsenexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar mit Blick auf die weitere Entwicklung des Dax.

Zu den Krisensorgen kommen Bedenken über die sich abzeichnende Zinswende in den USA - also der ersten Leitzinserhöhung seit der Finanzkrise. Die Politik des billigen Geldes gilt als einer der wichtigsten Kurstreiber der vergangenen Jahre.

Im Dax sind die Werte der 30 wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen zusammengefasst. Während der Finanzkrise war er im März 2009 innerhalb kurzer Zeit sogar auf unter 3700 Punkte gefallen. Sorgen über die Rezession und die maroden Staatsfinanzen beherrschten damals die Anleger. (dpa)

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