Anlagen-Kolumne

Der leise, aber stete Abgesang auf die Vereinigten Staaten

Die Schwellenländer werden den USA den Rang ablaufen. Für Anleger stellt sich nun die Frage: einsteigen oder noch warten?

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

In der globalen Wirtschaft findet derzeit eine fundamentale Wachablösung statt: Die Dominanz der USA, die über ein Jahrhundert lang angedauert hat, wird nicht mehr lange bestehen. Profiteure des veränderten Status Quo werden Asien, Lateinamerika und Afrika sein.

Zahlreichen Anlegern ist diese Entwicklung längst bekannt. Die Frage ist nur: Ist die Party an den Schwellenländerbörsen bereits vorbei, oder lohnt es sich noch, auf den rasanten Zug der Emerging Markets aufzuspringen? Die einfache Antwort lautet: Ja, es lohnt sich. Denn der Boom hat noch gar nicht richtig begonnen!

Zu 95 Prozent findet das Weltbevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern statt. Nach wie vor stehen viele Anleger den Kursgewinnen in den Schwellenländern ungläubig gegenüber. Insbesondere Privatanleger glauben noch nicht, dass diese Märkte mehr als ein zyklisches Modethema darstellen. Fakt ist: Die Weltwirtschaft befindet sich in einem folgenreichen Strukturwandel. Dabei profitiert auch Deutschland von der ökonomischen Entwicklung in den Schwellenländern - in Form steigender Absätze von Industriegütern, Maschinen und Automobilen.

Vor allem der ständig wachsende Anteil der jungen Bevölkerung und eine gehobene Mittelschicht schieben den Konsum in diesen Regionen an. Steigende Kaufkraft gepaart mit besten Zukunftsaussichten bedeuten einen fantastischen Nährboden für Wirtschaftswachstum.

Wer trotz bester Aussichten also nicht direkt in einen Schwellenländerfonds investieren will, kann auch auf global aufgestellte Aktienunternehmen setzen, die einen Großteil ihres Umsatzes bereits in den Emerging Markets erwirtschaften. Als Beispiele seien an dieser Stelle Avon und Colgate-Palmolive genannt, die in den Schwellenländern bereits über 50 Prozent ihres Ertrags erzielen.

Wer breiter aufgestellt sein will, sollte sich Schwellenländerfonds zulegen, die sowohl in Aktien als auch in Zinspapiere investieren, und auch andere Anlageklassen wie Gold beimischen. Eines aber müssen die Anleger endlich akzeptieren: Die ökonomische Zukunft gehört den Schwellenländern. Der Anteil der Schwellenländer an der globalen Wirtschaftsleistung wird im Jahr 2025 dementsprechend jenen der etablierten Nationen überholen.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Lesetipps
Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft

Die Ursache der Appendizitis des jungen Mannes war offenbar eine Aktinomykose, ausgelöst durch Actinomyces israelii, ein gram-positives anaerobes Bakterium, das als Kommensale in der Mundhöhle und auch im Gastrointestinaltrakt vorkommt.

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Untypisches Krankheitsbild

Kasuistik: Hinter dieser Appendizitis steckte ein Bakterium

Die Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie war in einer aktuellen Studie die häufigste Pilzerkrankung bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

© Dr_Microbe / Stock.adobe.com

Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie

Pilzsepsis gibt es auch bei Rheuma