Digital Health

Digitalisierung mit Mitteln aus Gesundheitsfonds vorantreiben

Aus der Medizintechnikbranche wird ein neuer Versorgungsbereich "Digitale Medizin" ins Spiel gebracht. Dieser soll sich nähren aus einer eigenen Vergütung unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren, so das Plädoyer zur conhIT.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Mit digitaler Medizin können Ärzte bei der Versorgung hoch hinaus auf der Leiter, prognostiziert der Bundesverband Medizintechnologie.

Mit digitaler Medizin können Ärzte bei der Versorgung hoch hinaus auf der Leiter, prognostiziert der Bundesverband Medizintechnologie.

© Elnur/stock.adobe.com

BERLIN. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) nimmt die derzeit in Berlin stattfindende Gesundheits-IT-Messe conhIT zum Anlass, sich für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Anwendungen stark zu machen und einen neuen Versorgungsbereich "Digitale Medizin" ins Spiel zu bringen.

"Dafür sind besondere Evaluationen erforderlich, die den Besonderheiten von Digital Health entsprechen", verdeutlicht BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, zeigten, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich und die Prozesse nicht sachgerecht seien.

Sektorenübergreifende Relevanz

Der BVMed wolle gemeinsam mit anderen Medizintechnik- und IT-Verbänden und den relevanten Stakeholdern in einem akteurübergreifenden Gremium an einem zielgerichteten und pragmatischen Konzept für die E-Health-Initiative mitarbeiten.

In einem gemeinsamen Aufruf haben die Branchenverbände Bio Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, Spectaris, vfa, VDGH und ZVEI Ende Januar bereits die Bundesregierung dazu aufgerufen, ein "nationales E-Health-Zielbild" zu entwickeln, um die bis dato noch schleppende Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in Deutschland schnell und erfolgreich voranzubringen.

Aufgrund der sektorenübergreifenden Relevanz digitaler Anwendungen schlägt der BVMed nun einen neuen Versorgungsbereich Digitale Medizin mit einer eigenen Vergütung unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren vor.

Die Digitale Medizin ließe sich, so der BVMed, aus Mitteln des Gesundheitsfonds und angepasster Zuweisungen aus dem Risikostrukturausgleich finanzieren, beispielsweise mit einer Milliarde Euro jährlich zum Ausprobieren neuer digitaler Anwendungen und Instrumente.

"Damit wäre Deutschland ein Vorreiterland im Zeitalter der digitalen Gesundheit. Die Ankündigung eines solchen Vergütungssystems könnte den Fortschritt im Gesundheitsbereich in Deutschland stimulieren und befördern", so der BVMed.

Alle Akteure sollen mit ins Boot

Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sei zudem die "ganzheitliche digitale Abbildung der Versorgungsprozesse" erforderlich. Nur wenn hierbei alle Akteure integriert seien, ergebe sich ein Mehrwert.

Dies setze den zügigen Aufbau des elektronischen Gesundheitsberuferegisters und die Ausgabe der Heilberufeausweise an die nicht-approbierten Heilberufe voraus – also auch an Homecare-Unternehmen, Sanitätshäuser und Pflegebetriebe.

Dies schaffe zudem die Grundlage für die Stärkung der Vernetzung der beteiligten Akteure und damit der sektorenübergreifenden Versorgung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Maquet Otesus OP-Tischsystem

© Getinge Deutschland GmbH

Unternehmen im Fokus

Flexible und ökonomische OP-Tischsysteme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Getinge Deutschland GmbH, Rastatt
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?

Atemwegserreger

RKI: RSV-Welle deutet sich an

Lesetipps