Digital Health

Digitalisierung mit Mitteln aus Gesundheitsfonds vorantreiben

Aus der Medizintechnikbranche wird ein neuer Versorgungsbereich "Digitale Medizin" ins Spiel gebracht. Dieser soll sich nähren aus einer eigenen Vergütung unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren, so das Plädoyer zur conhIT.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 18.04.2018, 17:44 Uhr
Digitalisierung mit Mitteln aus Gesundheitsfonds vorantreiben

Mit digitaler Medizin können Ärzte bei der Versorgung hoch hinaus auf der Leiter, prognostiziert der Bundesverband Medizintechnologie.

© Elnur/stock.adobe.com

BERLIN. Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) nimmt die derzeit in Berlin stattfindende Gesundheits-IT-Messe conhIT zum Anlass, sich für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Anwendungen stark zu machen und einen neuen Versorgungsbereich "Digitale Medizin" ins Spiel zu bringen.

"Dafür sind besondere Evaluationen erforderlich, die den Besonderheiten von Digital Health entsprechen", verdeutlicht BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, zeigten, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich und die Prozesse nicht sachgerecht seien.

Sektorenübergreifende Relevanz

Der BVMed wolle gemeinsam mit anderen Medizintechnik- und IT-Verbänden und den relevanten Stakeholdern in einem akteurübergreifenden Gremium an einem zielgerichteten und pragmatischen Konzept für die E-Health-Initiative mitarbeiten.

In einem gemeinsamen Aufruf haben die Branchenverbände Bio Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, Spectaris, vfa, VDGH und ZVEI Ende Januar bereits die Bundesregierung dazu aufgerufen, ein "nationales E-Health-Zielbild" zu entwickeln, um die bis dato noch schleppende Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in Deutschland schnell und erfolgreich voranzubringen.

Aufgrund der sektorenübergreifenden Relevanz digitaler Anwendungen schlägt der BVMed nun einen neuen Versorgungsbereich Digitale Medizin mit einer eigenen Vergütung unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren vor.

Die Digitale Medizin ließe sich, so der BVMed, aus Mitteln des Gesundheitsfonds und angepasster Zuweisungen aus dem Risikostrukturausgleich finanzieren, beispielsweise mit einer Milliarde Euro jährlich zum Ausprobieren neuer digitaler Anwendungen und Instrumente.

"Damit wäre Deutschland ein Vorreiterland im Zeitalter der digitalen Gesundheit. Die Ankündigung eines solchen Vergütungssystems könnte den Fortschritt im Gesundheitsbereich in Deutschland stimulieren und befördern", so der BVMed.

Alle Akteure sollen mit ins Boot

Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sei zudem die "ganzheitliche digitale Abbildung der Versorgungsprozesse" erforderlich. Nur wenn hierbei alle Akteure integriert seien, ergebe sich ein Mehrwert.

Dies setze den zügigen Aufbau des elektronischen Gesundheitsberuferegisters und die Ausgabe der Heilberufeausweise an die nicht-approbierten Heilberufe voraus – also auch an Homecare-Unternehmen, Sanitätshäuser und Pflegebetriebe.

Dies schaffe zudem die Grundlage für die Stärkung der Vernetzung der beteiligten Akteure und damit der sektorenübergreifenden Versorgung.

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