Anlagenkolumne

Ein Blick nach Japan lohnt wieder

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

In der Regel investieren Anleger zu viel in ihrem Heimatmarkt, weil hier Informationen am einfachsten zu bekommen sind und das Vertrauen am größten ist. In den vergangenen Jahren war das für deutsche Anleger nur zeitweise eine gute Idee, zumindest wenn man den Dax als Referenz nimmt, der zu viele Firmen mit strukturellen Problemen (Banken, Autobauer) und zu wenige mit skalierbaren Geschäftsmodellen enthält.

Der US-Markt hat nicht nur die reifere Aktienkultur und eine ausgewogenere Sektormischung, sondern beheimatet auch die besten Tech-Werte. Bei Marktrückgängen macht sich das bemerkbar: Die US-Börse ist weniger volatil, Ausschläge sind moderater. Denn zum einen ziehen sich US-Investoren auf ihren eigenen Markt zurück und damit international Gelder ab. Zum zweiten ist die US-Wirtschaft wegen ihrer geringeren Exporttätigkeit weniger abhängig vom internationalen Konjunkturzyklus.

Doch wer genau hinsieht, kann unter der Oberfläche der jüngsten US-Indexanstiege auch Warnsignale entdecken. Seit Monaten sind es vor allem große Technologiefirmen, die den Index hochziehen, der Rest stagniert. International sind Anleger in diesen Tech-Firmen am stärksten investiert. Diese Firmen verfügen auch über Milliarden an Cash-Reserven. Ohne sie wäre der US-Markt noch stärker verschuldet. Die Verschuldung im Verhältnis zum Gewinn ist heute höher als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte.

Dagegen fällt der japanische Aktienmarkt durch geringe Verschuldung, günstige Bewertung und Zurückhaltung internationaler Anleger auf. Japanische Firmen steigern zudem sukzessive ihre Aktienrückkäufe. Das hat dem US-Markt in der Vergangenheit enormen Schub verliehen, ist dort aber kaum noch zu steigern. Fazit: Der Anteil internationaler Aktien im Portfolio sollte nicht vernachlässigt werden. Im Moment lohnt auch der Blick nach Japan wieder.

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