Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Novelle der Gesundheitsberufe

Eine Reform, die ihren Preis hat

Bund und Länder wollen die Ausbildung von Gesundheitsberufen neuordnen. Bei manchem Vorhaben werden sie konkret. Doch bei anderen wird es „schwurbelig“ – spätestens beim Geld.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Zehn Gesundheitsberufe auf einen Schlag sollen es sein: „Gestärkt und neu geordnet“ werden sollen sie –  so sieht es schon der Koalitionsvertrag von Union und SPD vor.

Doch anders als beim Gros der Spahn-Gesetze geht es dieses Mal nicht ohne die Länder. Das neue Eckpunktepapier, das der Minister und seine Länderkollegen in einem „sehr intensiven Sitzungsprozess“ haben schreiben lassen, enthält einige konkrete Festlegungen und viele Wortwolken. Dass das Schulgeld für die Ausbildung in den Gesundheitsberufen ein Anachronismus ist, der in den Orkus der Geschichte gehört, war schon vor Beginn der Gespräche Konsens.

Schwurbelig wird das Zwölf-Seiten-Papier, wenn es um die Big Points geht: Etwa, in welchem Umfang die Ausbildung in den Berufen akademisiert wird. Da ist dann viel von „abgestuftem Vorgehen“ und Prüfaufträgen die Rede.

„Neuordnung“ bedeutet halt mehr als die Möglichkeit einer für die Schüler kostenfreien Ausbildung. Machen Bund und Länder das Tor für eine hochschulische Ausbildung weit auf, schafft das auch Erwartungen: hinsichtlich der künftigen Kompetenzen in der Versorgungskette wie auch im Hinblick auf eine der Qualifikation angemessenen Vergütung.

Womit man beim härtesten Streitpunkt wäre: dem Geld. Der Verweis im Eckpunktepapier auf die formale Kompetenzordnung, nach der die Länder für die Finanzierung von (Hoch-)Schulen zuständig sind, ist ein netter Versuch des Bundes, die Taschen zuzuhalten.

Akademisierung, Schulgeldfreiheit, Ausbildungsvergütung oder qualitativ hochwertige Lehre werden ihren Preis haben. Wer zahlt am Ende die Rechnung? Der stete Verweis auf die ach so hohen Rücklagen der GKV lässt einen Verdacht keimen.

Schreiben Sie dem Autor: florian.staeck@springer.com

Lesen Sie dazu auch:
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpassungsvorgänge brauchen Zeit

Höhenkrankheit bei Kindern und Jugendlichen: Das gilt es zu beachten

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram