Anlagen-Kolumne

Emerging Markets: Lockruf der Schwellenländer

Pharma- und Biotech-Werte in den Emerging Markets sind längst mehr als Hersteller in Billiglohnländern. Für Anleger bieten sich bei breiter Aufstellung gute Chancen.

Von Hanno Kühn Veröffentlicht:

Ein Blick in Richtung Schwellenländer lohnt für Investoren in Gesundheitswerte derzeit besonders. Dort stand lange Zeit lediglich die „verlängerte Werkbank“ von Pharmaunternehmen: Bestimmte Fertigungsprozesse wurden in diese Länder ausgelagert und zunächst ausschließlich Grundsubstanzen, später ganze Arzneimittel kostengünstig hergestellt.

Zunehmend lockten die Länder auch als Absatzmärkte, schließlich leben dort ca. 60 Prozent der Weltbevölkerung – und diese Menschen nutzen wegen der fortschreitenden „Verwestlichung“ immer mehr Medikamente und medizintechnische Produkte von Pharmaunternehmen aus den etablierten Industrieländern.

Lernkurve stetig gestiegen

Mittlerweile haben die Emerging Markets auch bei der Entwicklung neuer Arzneimittel aufgeholt. Die weltweiten Vermarktungsrechte einiger dort entwickelter Moleküle haben sich die westlichen Pharmakonzerne bereits gesichert. Zu diesen Wirkstoffen gehören etwa ein Checkpoint-Inhibitor und ein monoklonaler Antikörper – beides hochwertige Medikamente, made in China. Auch in der Corona-Pandemie haben chinesische Hersteller wirksame Impfstoffe entwickelt.

Die Lernkurve der produzierenden Unternehmen in den Schwellenländern ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, und insbesondere asiatische Länder sind in den Fokus der weltweit agierenden Pharma- und Biotechnologieunternehmen gerückt.

Enormes Potenzial

Auch Investoren sollten ihre Augen auf diesen Markt richten, um Neuentwicklungen bzw. den Aufstieg kleinerer Biotech-Unternehmen nicht zu verpassen. Ein Blick in Richtung USA um die Jahrtausendwende zeigt das enorme Potenzial solcher „Start-ups“: Gilead Sciences und Alexion sind heute große Player im Markt.

Weil es für einzelne Anleger schwierig sein kann, die jeweiligen Märkte zu durchdringen und die Handelsauflagen beispielsweise chinesischer Aktien zu umschiffen, sollten sie erfolgreichen, breit diversifizierten und global aufgestellten Branchenfonds den Vorzug geben.

Dr. Hanno Kühn ist Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

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