Hunsrück

Etappensieg beim Erhalt einer Babystation

Ein Unternehmen und seine Mitarbeiter spenden kräftig für den Erhalt der Geburtenstation in Simmern.

Veröffentlicht:

SIMMERN. Mit innovativen Partnern ist es der Hunsrück Klinik kreuznacher diakonie in Simmern gelungen, die drohende Schließung ihrer Geburtenstation vorerst abzuwenden. Kreißsäle, Badezimmer, Flure und Wartebereich erstrahlen nach rund einjähriger Renovierungsarbeit während des laufenden Klinikbetriebs in neuem Glanz.

Als Treiber für den Erhalt der Station fungierte nach eigenen Angaben die in Simmern beheimatete DFH Deutsche Fertighaus Holding AG. Zusammen mit der Stiftung kreuznacher diakonie, Träger der Hunsrück Klinik, und dem Förderverein des Krankenhauses hatte die DFH das Herzensprojekt "DFH kinderstube" Ende 2015 ins Leben gerufen, um die Geburtshilfe in der Hunsrück Klinik dauerhaft zu erhalten.

Zuletzt sei die Babystation von der Schließung bedroht gewesen, da sich für die Klinik eine Modernisierung nicht gerechnet hätte. Die Folgen für die Region wären jedoch immens gewesen, da in den vergangenen Jahren bereits viele Geburtshilfen in der Region Rhein-Hunsrück geschlossen haben, so die DFH.

Nächste Entbindungsklinik rund 60 Kilometer entfernt

Ohne die Geburtenstation vor Ort müssten werdende Eltern aus Simmern und Umgebung rund 60 Kilometer in die nächste Entbindungsklinik fahren, befürchteten die Fertighausbauer.

"Der Erhalt der Babystation war und ist uns ein großes Anliegen, weil eine gute Infrastruktur hier an unserem Produktionsstandort natürlich sehr wichtig ist. Viele unserer Mitarbeiter leben mit ihren Familien in der Region und wären von einem Wegfall der Geburtshilfe unmittelbar betroffen", erklärt DFH-Vorstand Bernhard Scholtes.

"Mit großem Rückhalt bei unseren Mitarbeitern haben wir daher vor einem Jahr das Herzensprojekt zum Erhalt der Babystation gestartet und sind jetzt sehr erfreut über das Resultat. Simmern bleibt für junge Familien attraktiv", so Scholtes weiter

Mit "Herzen", die das Unternehmen anschließend in Spendengelder umwandelte, belohnte die DFH beispielsweise die aktive Teilnahme an Sport- und Gesundheitsangeboten. Eine erhebliche Summe sei zudem bei der "24-Stunden-Bike-Challenge" im Rahmen des diesjährigen "RTL-Spendenmarathons" zusammengekommen.

Bereits für das nächste Jahr hoffen die Initiatoren des Herzensprojekts auf einen Anstieg bei der Geburtenzahl. Chefarzt Dr. Hans Walter Eibach, der in Kürze in Rente gehe, halte bis zu 600 Geburten pro Jahr für möglich, wenn mehr Familien aus der Region die Hunsrück Klinik wählen. Dieses Jahr und 2015 seien rund 400 Geburten pro Jahr erfolgt. (maw)

Mehr zum Thema

Reformpläne

Koalition sortiert die niedersächsischen Krankenhäuser neu

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Mann geht auf der Theresienwiese an einem Plakat der Aufschrift "Impfen" vorbei.

© Sven Hoppe/dpa

Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Länder attackieren Impfpflicht im Gesundheitswesen

Die Prognose von intensivpflichtigen COVID-Patienten mit neurologischen Komplikationen ist ungünstig.

© patrikslezak / stock.adobe.com

PANDEMIC-Studie

Neurologische Komplikationen häufig Grund für COVID-Tod