Digitale Gesundheit

Forscher suchen Lösungen der Zukunft

Digitale Assistenten können Menschen fast jeden Alters das Leben erleichtern. Das Bundesforschungsministerium lässt nun Wearables & Co. unter die Lupe nehmen. Es geht um die Abwägung von technisch Möglichem und Alltagstauglichem.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Welche Technologie ist zum Beispiel bei digitalen Gesundheitsassistenten die zielführende?

Welche Technologie ist zum Beispiel bei digitalen Gesundheitsassistenten die zielführende?

© alexskopje/Fotolia.com

BERLIN. Intelligente Mobilität, digitale Gesellschaft und gesundes Leben sind die drei zentralen Felder des vor Kurzem gestarteten Forschungsprogramms "Technik zum Menschen bringen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Im Gesundheitsbereich geht es unter anderem um Wearables, die Vitaldaten aufzeichnen und bei Bedarf auch zeitnah an Dritte weiterleiten können, zum Beispiel dem behandelnden Haus- oder Facharzt.

"Wir erleben gerade eine faszinierende technische Entwicklung durch die Digitalisierung. Immer kleinere Geräte erreichen eine immer größere Leistungsfähigkeit, gerade in der Gesundheitsversorgung. Das allein steigert aber noch nicht die Lebensqualität", erläuterte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Projektvorstellung in Berlin.

"Was nützt ein hochmodernes Blutdruckmessgerät, wenn es nicht leicht zu bedienen ist? Entscheidend ist doch, dass Technik in den Händen der Menschen tatsächlich nutzbar ist. Das wollen wir verbessern", ergänzte sie. Wanka verwies vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen zudem auf das wirtschaftliche Potenzial von Innovationen im Bereich der Mensch-Technik-Interaktion.

Auch Serviceroboter im Blick

Ein besonderer Fokus liegt nach Ministeriumsangaben auf interaktiven und mitlernenden Technologien für Mobilität, Digitalisierung, Pflege und Gesundheit. Erforscht werden sollten zum Beispiel intelligente Mobilitätskonzepte, mit denen Menschen schnell, sicher und ressourcenschonend mit verschiedenen Verkehrsmitteln von A nach B gelangen können.

Auch digitale Technologien für modernen Wissenserwerb in der praxisnahen Hochschulausbildung, oder Serviceroboter, die pflegebedürftigen Menschen in den eigenen vier Wänden unterstützend zur Seite stehen, sollten weiterentwickelt werden.

Es geht um Nutzerfreundlichkeit

Aber nicht alles, was technisch machbar ist, sei aus Sicht der Nutzer auch sinnvoll. Technik werde nur dann zu einem echten Partner des Menschen, wenn sie nutzerfreundlich gestaltet und leicht bedienbar sei, so das BMBF. Beispielsweise könne eine Steuerung per Sprache, Mimik oder Gestik dafür sorgen, dass etwa ein intelligenter Herd für alle Menschen problemlos bedienbar sei.

Schlüsseltechnologien wie die Informations- und Kommunikationstechnologien, Elektroniksysteme oder die Robotik lieferten die Bausteine, um Technik den individuellen Fähigkeiten, Vorlieben und Wünschen der Menschen anzupassen.

Das neue Forschungsprogramm baut laut Ministerium auf den bestehenden Förderschwerpunkt "Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel" auf, mit dem das BMBF bereits Forschungsprojekte unterstützt hat. So werde im Innovationscluster "BeMobil" derzeit an einem technischen Physiotherapeuten gearbeitet, der die Bewegungstherapie von Patienten rund um die Uhr begleitet und unterstützt.

Und das Projekt "UrbanLife+" entwickle Verbesserungen für ältere Menschen in der Stadt. Straßenlampen passten künftig ihre Helligkeit automatisch dem Sehvermögen der Passanten an, und mobilitätseingeschränkte Menschen würden an unübersichtlichen Straßenübergängen oder gefährlichen Stufen mit akustischen und optischen Signalen individuell auf Gefahren hingewiesen.

Datenschutz wird berücksichtigt

Hierfür würden an Kreuzungen und kritischen Stellen Sensorsysteme installiert, die etwa mit den Smartphones der Passanten personalisiert kommunizieren könnten. Fragen des Datenschutzes würden dabei ebenso berücksichtigt wie Aspekte der Alltagstauglichkeit und Nutzerfreundlichkeit.

Für das Programm stelle das BMBF von 2016 bis 2020 jährlich rund 70 Millionen Euro bereit. Es setze die Ziele der "Neuen Hightech-Strategie - Innovationen für Deutschland" um, mit der die Regierung aus Ideen Innovationen mache und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpfe. So würden Zukunftschancen und die Jobs von morgen geschaffen.

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