Frischer Wind im Städtischen Klinikum München

Einen Hygieneskandal wie im vergangenen Jahr will das Klinikum München künftig mit einer neuen Organisationsstruktur vermeiden.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Krankenhaus Neuperlach, eines der städtischen Kliniken in München: Neue Strukturen für einen Neuanfang.

Krankenhaus Neuperlach, eines der städtischen Kliniken in München: Neue Strukturen für einen Neuanfang.

© Reinhard Kurzendörfer / imago

MÜNCHEN. Nach dem Hygieneskandal vom vergangenen Jahr bekommt das Städtische Klinikum München (StKM) jetzt eine neue Führungsstruktur. So soll es in Zukunft eindeutige Zuständigkeiten geben, erklärte die neue Vorsitzende Geschäftsführerin Dr. Elizabeth Harrison.

Sie hatte Anfang Februar die Leitung der GmbH mit den Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und in der Thalkirchner Straße übernommen. "Wir machen Gesundheit und nicht Politik", sagte Harrison vor der Presse in München.

Die neue Struktur setze auf ein medizinisches Verbundkonzept, erklärte Harrison. Ziel sei die interdisziplinäre Verknüpfung der medizinischen Bereiche in den einzelnen Kliniken. Ein Teil der mehr als 70 Chefärzte sei bereits standortübergreifend vernetzt.

Die neue Struktur soll stufenweise umgesetzt werden. In einem ersten Schritt werden die Klinikdirektionen in den einzelnen Häusern abgeschafft. An deren Stelle werde es jeweils eine Tandemführung mit einer ärztlichen Leitung sowie mit Leitungen für das Pflege- und Servicemanagement geben, die der medizinischen Geschäftsführung direkt unterstellt werden.

Jetzt müsse nur noch der Aufsichtsrat von den Vorteilen einer schlanken Geschäftsführung überzeugt werden, erklärte Harrison. Das beinhalte auch den Verzicht auf einen zusätzlichen Arbeitsdirektor, der vor allem von Gewerkschaftsseite gefordert worden war.

Drei der vier betroffenen Klinikdirektoren übernehmen in der Städtischen Klinik GmbH neue zentrale Aufgaben. So ist die bisherige Klinikdirektorin von Neuperlach, Birgitta Köbach, die im Juli vergangenen Jahres vorübergehend für sechs Monate zur StKM-Geschäftsführerin berufen worden war, ab März für das gesamte unternehmerische Controlling, das im übrigen auch die Bereiche Personal, Medizin und Finanzen umfasst, verantwortlich.

Der bisherige Klinikdirektor in Schwabing, Manfred Kircher, soll ab April alle Bauaktivitäten für das gesamte Städtische Klinikum koordinieren.

Die bisherige Klinikdirektorin in Harlaching, Gabriele Schmidt-Maaß, soll künftig für die Bereiche Recht, Innenrevision, Versicherungen und Compliance zuständig sein. Der Klinikdirektor in Bogenhausen, der 41jährige Diplom-Krankenhausbetriebswirt Thomas Stock, scheidet auf eigenen Wunsch aus.

In der Spitze der GmbH ist noch die Stelle des medizinischen Geschäftsführers unbesetzt. Derzeit wird diese Aufgabe interimsweise von Professor Dieter Daub aus Karlsruhe wahrgenommen. Bis zum Jahresende soll nun eine Personalagentur einen Kandidaten oder eine Kandidatin mit ärztlichen und pflegerischen Kompetenzen finden.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Eine Frau sitzt einem älterem Arzt gegenüber.

© Jonas Glaubitz / stock.adobe.com

Nachsorge

Welche Unterstützung Krebspatienten von ihren Hausärzten erwarten

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?