Geld und Vermögen

Für Landärzte ist Diesel noch eine Option

NEU-ISENBURG (th). Die steigenden Benzin- und Dieselpreise an den Zapfsäulen sind auch für viele Ärzte, die auf ein Auto angewiesen sind - sei es für die Fahrt zur Praxis oder auch für Hausbesuche, ein tägliches Ärgernis. Angesichts niedriger Dieselpreise und des geringeren Verbrauchs haben sich viele Praxisinhaber in den vergangenen Jahren für den Kauf eines Diesel-Fahrzeugs entschieden und dafür die höheren Anschaffungskosten in Kauf genommen.

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Diesel oder Benziner - Gretchenfrage für Praxischefs.

Diesel oder Benziner - Gretchenfrage für Praxischefs.

© Foto: Mirko Meierwww.fotolia.de

Rund 2000 Euro beträgt in der Kompaktklasse der Aufpreis für den Selbstzünder, und als Faustregel galt bislang, dass sich die Zusatzkosten bei rund 15 000 Kilometer jährlicher Fahrleistung amortisieren.

Doch nun müssen viele Dieselfahrer feststellen, dass ihre Einsparrechnung nicht mehr aufgeht - denn seit einiger Zeit liegen die Preise für Diesel und Benzin praktisch auf einem Niveau. Wer vor einer Neuanschaffung steht, sollte daher die Gegenüberstellung von Investitionskosten und laufendem Aufwand mit aktuellen Zahlen durchführen, denn sonst lauert die Kostenfalle.

Anschaffung, Steuer und Versicherung sind teurer

"Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10 000 Kilometern sind nur noch 39 Prozent der Dieselversionen rentabler als die Benziner desselben Modells", berichtet der Automobilclub ADAC. Auf der Ausgabenseite sind nämlich nicht nur die höheren Kaufpreise zu verbuchen, sondern auch die im Vergleich zum Benziner oft stärkeren Belastungen durch Steuer und Versicherung.

Auf der Habenseite bleibt letztlich der niedrigere Verbrauch, denn vor allem auf Langstrecken spart der Dieselmotor je nach Modell und Fahrweise etwa einen bis zwei Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Bei dem aktuellen Diesel- und Benzinpreis ist somit eine Fahrleistung von fast 90 000 Kilometern erforderlich, um über den geringeren Verbrauch den Aufpreis beim Kauf wieder einzufahren. Ein Vielfahrer mit 40 000 Jahreskilometern - dafür kommen vor allem Landärzte in Frage - schafft das in gut zwei Jahren, doch Wenigfahrer warten fast ein Autoleben lang auf die Amortisation.

Für Kurzstreckenfahrer kommt erschwerend hinzu, dass die moderne Rußfiltertechnik eher für Langstrecken optimiert ist. Immer wieder berichten Dieselfahrer, die mit ihrem Fahrzeug überwiegend auf kurzen Strecken unterwegs sind, über Probleme vom Leistungsabfall bis hin zum Liegenbleiben des Autos. Ursache ist eine von manchen Herstellern gewählte Bauart des Rußpartikelfilters, bei der in regelmäßigen Abständen der Filter freigebrannt wird. Um die erforderliche Temperatur zu erreichen, muss das Auto wenigstens eine Viertelstunde lang im Überlandverkehr fahren.

Sinkende Dieselpreise sind wenig wahrscheinlich

Dass der Dieselpreis wieder deutlich unter das Niveau des Benzinpreises sinkt, halten Branchenkenner für wenig wahrscheinlich. Denn Grund für das Explodieren der Dieselpreise sind weder staatliche Steuererhöhungen noch der Rohölpreis, sondern die weltweit drastisch gestiegene Nachfrage nach Diesel - zum Beispiel aus China. Und auch der Einsatz von dieselgetriebenen Stromaggregaten in Entwicklungsländern hat zugenommen.

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