Drei Fragen, drei Antworten

Geldanlage: Strategien statt Prognosen

Christian Fischl, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen, erläutert das Einmaleins der Geldanlage.

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Herr Fischl, 2014 hat gezeigt, dass es wenig sinnvoll ist, auf Börsenprognosen zu vertrauen, weil Analysten und Ökonomen zu oft daneben liegen. Woran können sich Anleger orientieren?

Christian Fischl: Die Basis für jede erfolgreiche Geldanlage ist ein breit aufgestelltes Wertpapierdepot. Das bedeutet: Investoren sollten nicht nur Anleihen und Liquidität halten, sondern auf jeden Fall auch Sachwerte wie Aktien und Gold.

Sie raten Anlegern also dazu, das komplette Anlagespektrum abzudecken - nach dem Motto: Laufen Aktien nicht, dann eben Anleihen?

Christian Fischl: Überspitzt könnte man es so ausdrücken. Wichtig ist, dass Anleger den Paradigmenwechsel bei der Geldanlage akzeptieren: Wir haben politisch gesteuerte Märkte, und da ist alles möglich. Deshalb müssen auch noch so konservative Anleger mit einem Teil ihres Geldes von der Gläubigerseite auf die Eigentümerseite wechseln und dazu auch Aktien kaufen. Nur so ist eine wirklich breite Streuung des Geldes möglich.

Welche Rolle spielen dabei Vermögensverwalter?

Christian Fischl: Eine gute Frage, dazu drei klare Antworten: Erstens kennen sich nur wenige Menschen am Kapitalmarkt aus - doch angesichts der realen Negativzinsen müssen sie investieren, wenn sie nicht an Kaufkraft einbüßen wollen. Dabei bieten sich für kleinere Vermögen, um die gewünschte Streuwirkung zu erzielen, auch auf vermögensverwaltende Fonds an.

Zweitens können unabhängige Vermögensverwalter dank ihrer jahrelangen Expertise das für den Anleger optimale Depot zusammenstellen und managen.

Und drittens bieten sich an den Finanzmärkten immer wieder taktische Chancen - etwa eine Korrektur wie jüngst an den Aktienmärkten. Finanzprofis sind geschult, solche Chancen zu erkennen, und meist machen sie daraus mehr als Privatanleger. (lu)

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