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Bremer Frühchen

Gutachter beklagt Fahrlässigkeit

Der Frühchentod im Klinikum Bremen-Mitte wirft weiter Fragen auf. Ein Gutachter hat den Fall jetzt untersucht - und kritisiert Klinik, Personal und Behörden.

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Klinikum Bremen-Mitte: Ein Gutachten belastet auch die Behörden.

Klinikum Bremen-Mitte: Ein Gutachten belastet auch die Behörden.

© dpa

BREMEN (dpa). Viele Fehler in vielen Bereichen haben nach Meinung des Essener Krankenhaushygienikers Professor Walter Popp zum Tod von mindestens drei Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte geführt.

Aus seiner Sicht wurden die Erkrankungen und der Tod der Kinder durch Fahrlässigkeit verursacht. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Gutachten des Vizevorstands der Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) für die Staatsanwaltschaft Bremen hervor.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen fahrlässiger Tötung gegen den ehemaligen Chefarzt der Neonatologie.

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob die Todesfälle oder die Körperverletzungen von Kindern durch Fahrlässigkeit verursacht sein könnten, lautet die Antwort des Gutachters: "Ja".

Seit dem vergangenen Jahr waren mehrere Frühchen an den Folgen von Infektionen mit den ESBL-bildenden Klebsiella pneumoniae erkrankt, drei starben. Daraufhin wurde ein Untersuchungsausschuss der Bremer Bürgerschaft eingesetzt.

Vorwürfe auch gegen die Behörden

"Wahrscheinlich lässt sich heute nicht mehr ermitteln, von wem aus und wie genau der Ausbruch seinen Ausgang nahm", schreibt Popp in seinem Gutachten.

"Insgesamt bedeutet dies, dass viele Fehler in vielen Bereichen gemacht wurden und dass alle diese Fehler zu Übertragungen auf unterschiedlichen Wegen führen mussten", heißt es weiter.

So seien Fehler bei der desinfizierenden Reinigung gemacht worden, und es hätten sich zumindest einige Klinikmitarbeiter "ungenügend verhalten". Außerdem habe es zu wenig Personal und zu wenig Kompetenz in hygienischen Fragen gegeben.

Der Ausbruch der Keime hätte aus Sicht des Gutachters "früher beendet werden können." Er kritisiert auch die Gesundheitsbehörde, die in mehrfacher Hinsicht ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe.

Die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hatte im Juli bei einer Aussage vor dem Untersuchungsausschuss eine persönliche und politische Verantwortung für Fehler im Klinikum zurückgewiesen.

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