Hält uns künftig Technik gesund?

Der Kongress für Ambient Assisted Living zeigt es: Assistenzsysteme etablieren sich zu Pflegenetzen und Fitnesscoaches.

Veröffentlicht:

BERLIN (gvg). Vom Bewegungssessel bis zu IT-gestützten Behandlungspfaden in der Palliativversorgung reichen die Konzepte und Prototypen, die beim diesjährigen AAL-Kongress in Augenschein genommen werden konnten.

Der Kongress für "Ambient Assisted Living" (AAL) thematisiert zum jetzt fünften Mal den Einsatz von technischen Assistenzsystemen im häuslichen Umfeld.

AAL wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vom Bundesforschungsministerium seit Jahren in einer ganzen Reihe von Förderprogrammen unterstützt.

Relativ weit gediehen ist das Großprojekt SmartSenior. Es strebt eine offene und modular aufgebaute Plattform für medizinisch-pflegerische und soziale Dienstleistungen an, die mit dem Fernseher oder auch mit Tablet-PC als Nutzerschnittstelle arbeitet.

Auf eine solche Plattform könnten Pflegedienste oder medizinische Versorgungsnetze dann im engeren Sinne medizinische Angebote aufsatteln.

Sessel gegen Couch Potatoes

Ein Beispiel für ein solches Angebot liefert das PAALiativ-Projekt, bei dem Mitarbeiter der Johanniter in enger Abstimmung mit Palliativmedizinern unter Einsatz von IT-gestützten Behandlungspfaden sehr viel enger in die Versorgung eingebunden werden und autonomer handeln können als sonst.

Der erste Prototyp der IT-gestützten Handlungsanweisungen, der in dem Projekt entwickelt wurde, habe die Nutzer im Pflegedienst allerdings nicht überzeugt, sagte Melinda Brell vom OFFIS Institut für Informatik. Derzeit ist die zweite Generation der Software im Test.

Nicht auf die Pflege, sondern auf die Gesundheitsförderung im Alter zielt der GEWOS-Aktivsessel, der von Professor Eckehard Moritz von der SportKreativWerkstatt vorgestellt wurde. Er richtet sich an die "Couch Potatoes" unter den Senioren und soll zur Bewegung animieren.

Der Sessel ist mit einer Ruderfunktion ausgestattet, die ein Fitnesstraining vorm Fernseher gestattet und es dabei auch ermöglichen soll, sich per Online-Verbindung mit anderen Senioren zum virtuellen Wettrudern zu verabreden.

Der Sessel kann außerdem nicht nur in die Horizontale, sondern für Stretch- und Gymnastikübungen auch komplett in die Vertikale gebracht werden.

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tierexperiment: Neuer Signalweg identifiziert

Essen in Sicht? Die Leber ist schon aktiv!

Lesetipps
Wo lang im Gesundheitswesen? Der SVR Gesundheit und Pflege empfiehlt mehr Richtungspfeile für alle Akteure.

© StefanieBaum / stock.adobe.com

Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege

Gesundheitsweise empfehlen Primärversorgung für alle – und Quotierung der Weiterbildung

„Wenn die Politik Wissenschaftlern sagen würde, wir wollen dieses oder jenes Ergebnis, ist das Propaganda.“ Klaus Überla – hier im Treppenhaus seines Instituts – über Einmischungen aus der Politik.

© Patty Varasano für die Ärzte Zeitung

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer